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Blog-Artikel
Vertrauen braucht eine Chance
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am Gestern 08:331788586380

von Hans-Georg Peitl

Wir leben in einer Zeit, in der uns ständig geraten wird, vorsichtig zu sein.

Vertraue nicht jedem.

Prüfe, was man dir erzählt.

Lass dich nicht täuschen.

Achte darauf, wem du dich anvertraust.

Grundsätzlich ist daran nichts falsch. Auch die Bibel fordert den Menschen nicht dazu auf, seinen Verstand an der Garderobe abzugeben.

Und dennoch kann aus vernünftiger Vorsicht etwas entstehen, das unserem Zusammenleben ebenso schadet wie Leichtgläubigkeit:

ständiges Misstrauen.

Vertrauen entsteht nicht durch Beweise

Wenn wir einen Menschen kennenlernen, wissen wir zunächst wenig über ihn.

Wir kennen seine Geschichte nicht vollständig. Wir wissen nicht, wie er in schwierigen Situationen reagieren wird. Wir können nicht wissen, ob jedes seiner Worte auch morgen noch Bestand haben wird.

Das ist kein Fehler.

Das ist der Sinn des Kennenlernens.

Vertrauen steht nicht plötzlich fertig zwischen zwei Menschen. Es entsteht durch Erfahrungen.

Jemand sagt etwas – und hält sich daran.

Ein Problem entsteht – und der andere läuft nicht davon.

Man ist unterschiedlicher Meinung – und kann trotzdem am nächsten Tag wieder miteinander reden.

Einer könnte einen Vorteil aus einer Situation ziehen – und tut es nicht.

Aus vielen solchen kleinen Erfahrungen entsteht irgendwann etwas, das kein Ausweis, kein Vertrag und kein amtlicher Stempel herstellen kann:

Vertrauen.

Prüfet alles

Im ersten Brief an die Thessalonicher steht ein bemerkenswerter Satz:

„Prüfet alles, das Gute behaltet.“

Das ist etwas vollkommen anderes als:

„Verdächtigt alles.“

Prüfen bedeutet, genau hinzusehen.

Misstrauen bedeutet dagegen, das Ergebnis bereits vorher zu kennen.

Wer prüft, lässt beide Möglichkeiten offen. Etwas kann sich als falsch herausstellen. Es kann sich aber genauso als richtig erweisen.

Wer dagegen bereits beschlossen hat, dass hinter jedem ungewöhnlichen Verhalten eine schlechte Absicht stecken müsse, prüft nicht mehr.

Er sucht nur noch nach einer Bestätigung seines Verdachts.

Auch Vorsicht kann ungerecht werden

Natürlich gibt es Menschen, die täuschen.

Natürlich gibt es Menschen, die Vertrauen missbrauchen.

Deshalb ist Vorsicht manchmal notwendig.

Aber auch Vorsicht braucht ein Maß.

Wenn ich einem Menschen bei jedem dritten Satz unterstelle, dass möglicherweise etwas anderes dahintersteckt, gebe ich ihm irgendwann überhaupt keine Möglichkeit mehr, mir das Gegenteil zu zeigen.

Dann wird jedes freundliche Wort verdächtig.

Jede ungewöhnliche Handlung bekommt eine negative Erklärung.

Jeder Fehler wird zum Beweis.

Und selbst gutes Verhalten wird irgendwann nur noch als besonders raffinierte Täuschung interpretiert.

Damit entsteht ein geschlossenes System:

Der andere kann nichts mehr tun, um als vertrauenswürdig zu gelten.

Das ist keine Prüfung mehr.

Das ist ein Urteil.

An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen

Jesus gibt uns dafür einen erstaunlich praktischen Maßstab:

„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

Nicht an unseren Befürchtungen.

Nicht an unseren Vermutungen.

Nicht daran, was theoretisch alles möglich wäre.

Sondern an den Früchten.

Wie verhält sich ein Mensch, wenn Schwierigkeiten auftreten?

Wie geht er damit um, wenn er einen persönlichen Vorteil haben könnte?

Bleibt er fair, wenn es zum Streit kommt?

Kann er nach einem Konflikt wieder auf den anderen zugehen?

Hält er sein Wort?

Denkt er nur an sich selbst oder auch daran, dass dem anderen kein Schaden entsteht?

Solche Dinge erzählen uns mit der Zeit wesentlich mehr über einen Menschen als hundert Spekulationen darüber, was möglicherweise hinter seinem Verhalten stecken könnte.

Vertrauen bedeutet nicht Blindheit

Vielleicht liegt hier das häufigste Missverständnis.

Vertrauen bedeutet nicht:

„Ich glaube alles.“

Es bedeutet auch nicht:

„Ich kontrolliere nichts.“

Und schon gar nicht bedeutet es:

„Du kannst mit mir machen, was du willst.“

Ein Vertrag darf geprüft werden.

Eine Rechnung darf kontrolliert werden.

Eine Behauptung darf hinterfragt werden.

Eine Grenze darf gesetzt werden.

Und wenn etwas tatsächlich nicht stimmt, darf man daraus Konsequenzen ziehen.

Aber wir sollten zwischen einer offenen Frage und einem begründeten Verdacht unterscheiden.

Nicht alles, was wir noch nicht wissen, ist deshalb verdächtig.

Menschen brauchen die Möglichkeit, uns zu überraschen

Vielleicht gehört sogar etwas Mut zum Vertrauen.

Denn wer einem anderen Menschen eine Chance gibt, kann enttäuscht werden.

Wer niemals vertraut, verhindert diese Enttäuschung.

Er verhindert allerdings noch etwas anderes:

dass sich ein anderer Mensch als besser erweist, als man erwartet hatte.

Manchmal zeigt sich Charakter nämlich gerade in den kleinen Situationen.

Nicht in großen Versprechen.

Sondern darin, dass jemand ruhig bleibt, wenn etwas schiefgeht.

Dass jemand nicht mehr verlangt, obwohl er es könnte.

Dass jemand nach einem Streit nicht nachtragend wird.

Dass jemand bei einem Problem nach einer Lösung sucht, statt einen Schuldigen zu suchen.

Dann entsteht Vertrauen nicht deshalb, weil wir beschlossen haben zu glauben.

Es entsteht, weil wir etwas erlebt haben.

Glaube und Vertrauen

Das Christentum kennt Vertrauen nicht als mathematische Gewissheit.

Glaube wäre überflüssig, wenn wir vorher für alles einen Beweis verlangen könnten.

Das bedeutet nicht, unkritisch zu werden.

Es bedeutet vielmehr, dass unser Leben ohne einen gewissen Vertrauensvorschuss überhaupt nicht funktionieren kann.

Das gilt für unseren Glauben.

Und es gilt für unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

Vielleicht sollten wir deshalb gelegentlich überprüfen, ob unsere Vorsicht uns noch schützt – oder ob sie längst begonnen hat, uns von anderen Menschen zu trennen.

Denn zwischen Leichtgläubigkeit und Misstrauen gibt es einen dritten Weg:

hinsehen, prüfen, Erfahrungen sammeln und einem Menschen erlauben, durch sein Verhalten zu zeigen, wer er ist.

Vertrauen bedeutet nicht, keine Zweifel zu haben.

Vertrauen bedeutet, einem Menschen die Möglichkeit zu geben, diese Zweifel durch sein Verhalten auszuräumen.

Blog-Artikel
Wenn beide schlechte Karten haben
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 04.09.2026 07:071788494820

von Hans-Georg Peitl

Manchmal verstehen Menschen nicht, dass sie sich gar nicht in der Position befinden, ständig neue Forderungen zu stellen.

Sie glauben, die besseren Karten auf der Hand zu haben. Und übersehen dabei etwas Entscheidendes:

Manchmal haben beide Seiten schlechte Karten.

Das ist besonders bei Geschäften und gemeinsamen Projekten interessant.

Nehmen wir an, zwei Menschen schließen einen Vertrag. Ein Preis wird vereinbart, Leistungen werden festgelegt und beide Seiten wissen, worauf sie sich eingelassen haben.

Nun beginnt eine Seite plötzlich, immer neue Forderungen zu stellen. Hier noch zusätzliche Kosten, dort noch eine weitere Zahlung, morgen vielleicht wieder etwas Neues.

Irgendwann wird die andere Seite zwangsläufig fragen:

Wieso eigentlich? Wir haben doch einen Preis vereinbart.

Noch problematischer wird es, wenn das eigentliche Projekt für die andere Seite gar nicht unbedingt notwendig ist. Vielleicht wurde es hauptsächlich begonnen, um Kontakte aufzubauen, Geschäftsverbindungen herzustellen oder eine längerfristige Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Dann ist es ausgesprochen unklug, die Bedingungen immer weiter zu verschärfen.

Denn irgendwann kommt der Moment, an dem der andere schlicht sagt:

Dann lassen wir es eben.

Ein Vertrag ist keine unverbindliche Gesprächsgrundlage

Natürlich können sich Umstände ändern. Natürlich können Vertragspartner miteinander reden und gemeinsam neue Vereinbarungen treffen.

Aber genau darauf kommt es an:

gemeinsam.

Ein Vertrag bedeutet gerade, dass nicht jeden Morgen einer der Beteiligten aufwacht und einseitig neue Spielregeln festlegt.

Geschäftliches Vertrauen entsteht durch Berechenbarkeit.

Ich muss wissen, woran ich bin. Mein Gegenüber muss wissen, woran es bei mir ist.

Und wenn wir heute etwas vereinbaren, sollte diese Vereinbarung morgen nicht plötzlich etwas völlig anderes bedeuten.

Geschäfte mit geschlossenem Visier?

Ebenso schwierig ist eine andere Situation.

Jemand möchte mit mir Geschäfte machen, weigert sich aber gleichzeitig, klar offenzulegen, mit wem ich eigentlich zu tun habe.

Dann entsteht irgendwann eine vollkommen berechtigte Frage:

Mit wem agiere ich hier eigentlich?

Vertrauen verlangt nicht, dass man blind vertraut.

Ganz im Gegenteil.

Gerade eine ernsthafte Geschäftsbeziehung braucht Transparenz. Beide Seiten sollten wissen, wer ihr Gegenüber ist, wer Entscheidungen treffen darf und worauf man sich verlassen kann.

Wer Geschäfte pflegen möchte, kann nicht dauerhaft mit geschlossenem Visier auftreten und gleichzeitig uneingeschränktes Vertrauen verlangen.

Augenhöhe hängt nicht von gesellschaftlicher Stellung ab

Für mich gibt es dabei einen sehr einfachen Grundsatz.

Es ist gleichgültig, ob mir ein international bekannter Mensch, ein bedeutender Geschäftsmann oder der Bäcker vom nächsten Eck gegenübersitzt:

Ich begegne ihm zunächst auf Augenhöhe.

Nicht unterwürfig.

Nicht überheblich.

Sondern fair.

Ein berühmter Name macht einen Menschen nicht wertvoller. Ein unbekannter Name macht ihn nicht weniger wertvoll.

Und auch eine vermeintlich starke Verhandlungsposition gibt niemandem das Recht, den anderen unfair zu behandeln.

Denn Macht und Gerechtigkeit sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.

Fairness funktioniert nicht nur in eine Richtung

Ich versuche, Menschen fair zu behandeln.

Ich versuche, Vereinbarungen einzuhalten.

Ich versuche, niemanden deshalb geringzuschätzen, weil er gesellschaftlich, wirtschaftlich oder organisatorisch vermeintlich weniger Einfluss besitzt.

Aber daraus folgt für mich auch etwas anderes:

Denselben Umgang erwarte ich von meinem Umfeld.

Fairness bedeutet nicht, dass einer ständig nachgibt und der andere ständig fordert.

Gerechtigkeit bedeutet nicht, dass derjenige recht bekommt, der gerade glaubt, die besseren Karten zu besitzen.

Und Augenhöhe bedeutet schon gar nicht, dass einer kniet, damit sich der andere größer fühlen kann.

Zuerst die Gerechtigkeit

Jesus formuliert in Matthäus 6,33 einen Grundsatz, der weit über wirtschaftliche Fragen hinausgeht:

Matthäus 6,33
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit.“

Genau diese Verbindung ist für mich entscheidend.

Nicht zuerst der eigene Vorteil.

Nicht zuerst die Frage: Was kann ich aus dem anderen noch herausholen?

Nicht: Wie weit kann ich gehen, weil ich glaube, dass der andere mich braucht?

Sondern zuerst die Frage:

Was ist gerecht?

Wer diesen Maßstab an andere anlegt, muss selbstverständlich bereit sein, ihn auch an sich selbst anzulegen.

Und vielleicht wäre manches Geschäft, manche Zusammenarbeit und sogar manche persönliche Beziehung wesentlich einfacher, wenn beide Seiten gelegentlich ihre Karten auf den Tisch legen und feststellen würden:

Vielleicht hat hier überhaupt niemand die besseren Karten.

Vielleicht brauchen wir auch keine.

Vielleicht genügt es vollkommen, einander fair, verlässlich und auf Augenhöhe zu begegnen.

Denn am Ende ist nicht entscheidend, wer ein Spiel gewinnt.

Entscheidend ist, ob man sich nachher noch gegenseitig in die Augen sehen kann.

Blog-Artikel
Der Prophet gilt nichts im eigenen Haus?
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 03.09.2026 07:371788410220

von Hans-Georg Peit

Gestern teilte mir unser Team mit, dass unser neues Musikprojekt Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva inzwischen nicht nur in Haskovo mediale Aufmerksamkeit bekommen hat. Die Meldung über unser Lied „Auf dem Weg nach Haskovo“ wurde auch über BGVesti und weitere regionale Ausgaben verbreitet.

Dabei gibt es Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva noch gar nicht lange.

Erst vor kurzer Zeit haben wir begonnen, unser bisheriges Projekt Hans-Georg Peitl & Suno Lingens auf eine neue musikalische Zusammenarbeit umzustellen. Wir wussten nicht, wie schnell ein neuer Künstlername angenommen werden würde und ob wir damit praktisch wieder bei null beginnen müssten.

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

ACE Ruseva findet man inzwischen als eigenständige Künstlerin auf verschiedenen Musikplattformen. Die ersten gemeinsamen Singles sind veröffentlicht, weitere Produktionen sind entstanden – und nun gibt es bereits die ersten Zeitungsartikel über unser österreichisch-bulgarisches Musikprojekt.

Seit gestern kommt sogar die ganz alte Musikwelt hinzu: Unsere Musik soll nicht mehr ausschließlich digital existieren. Mit Langspielplatte, Vinyl-Single und zwei CD-Singles stehen inzwischen auch physische Tonträger zur Verfügung.

Für ein Projekt, das gerade erst aufgebaut wird, ist das ein erstaunlicher Start.

Und trotzdem beschäftigt mich daran etwas ganz anderes.

Warum Bulgarien?

In diesem Zusammenhang musste ich an einen bekannten Ausspruch Jesu denken:

„Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause.“
(vgl. Matthäus 13,57)

Natürlich vergleiche ich unser Musikprojekt nicht mit Jesus und schon gar nicht mich selbst mit einem biblischen Propheten.

Mich beschäftigt vielmehr das Prinzip hinter diesem Satz.

Mit Hans-Georg Peitl & Suno Lingens sind im Laufe der Zeit 185 Alben entstanden. Eine enorme Menge an Musik. Trotzdem gelang es uns damit in Wien nicht, eine entsprechende mediale Aufmerksamkeit zu erreichen.

Nun starten wir Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva in Bulgarien.

Wir veröffentlichen einen Song über Haskovo – auf Deutsch, Bulgarisch und Englisch. Wir nennen unseren Stil „Ostblock Country“, weil darin Country ebenso seinen Platz findet wie Einflüsse aus Bulgarien und Mitteleuropa.

Und plötzlich berichten Medien darüber. Tatsächlich beschreibt BGVesti unser Projekt ausdrücklich als österreichisch-bulgarisches Duo und stellt sowohl den Haskovo-Song als auch die drei Sprachfassungen und unseren „Ostblock Country“ vor.

Warum?

Vielleicht liegt die Antwort gar nicht darin, dass Bulgarien Musik grundsätzlich mehr schätzt als Österreich.

Vielleicht haben wir hier schlicht etwas geschaffen, das Menschen unmittelbar mit ihrer eigenen Umgebung verbinden können.

Für einen Wiener Journalisten ist ein Wiener, der Musik macht, zunächst einmal einer von vielen.

Für ein Medium in Haskovo ist ein Österreicher, der gemeinsam mit einer Bulgarin ein Lied über Haskovo veröffentlicht, schon eine ungewöhnlichere Geschichte.

Und vielleicht ist genau das der Punkt.

Manchmal erkennt die Fremde zuerst, was man zu Hause übersieht

Menschen, die uns lange kennen, haben häufig bereits ein festes Bild von uns.

Der Mensch von nebenan bleibt der Mensch von nebenan. Der alte Bekannte bleibt der alte Bekannte. Und jemand, der seit Jahren Musik macht, ist eben „der, der Musik macht“.

Für einen Menschen, der uns gerade erst entdeckt, existiert diese Vorgeschichte nicht.

Er sieht nur das, was jetzt vor ihm liegt.

Vielleicht erklärt das ein kleines Stück weit, warum Künstler manchmal zuerst weit weg von ihrer Heimat wahrgenommen werden. Nicht unbedingt, weil die Heimat sie ablehnt – sondern weil das Vertraute weniger Aufmerksamkeit erzeugt als etwas Neues.

Und damit bekommt der alte Satz vom Propheten im eigenen Land für mich plötzlich eine ganz alltägliche Bedeutung.

Wir haben jahrelang nach Wien hineingerufen.

Jetzt haben wir ein Lied über Haskovo geschrieben.

Und Haskovo hat geantwortet.

Vielleicht sollte man manchmal gar nicht so sehr danach fragen, warum eine Tür verschlossen geblieben ist.

Vielleicht sollte man sich einfach darüber freuen, dass sich an einer anderen Stelle plötzlich eine geöffnet hat.

Was meint ihr?

Habt ihr selbst schon erlebt, dass eure Arbeit, eure Ideen oder eure Leistungen außerhalb eures gewohnten Umfeldes stärker wahrgenommen wurden als dort, wo man euch schon lange kennt?

Blog-Artikel
Das Licht nicht unter den Scheffel stellen
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 02.09.2026 04:421788313320

von Hans-Georg Peitl

Gestern entdeckte ich, dass wir mit dem 30. August etwas erreicht haben, was sich wohl schon viele Musiker gewünscht haben: Ein ausländisches Medium hat über uns und unsere Musik berichtet.

https://www.haskovo.net/news/635971/avst...esen-na-xaskovo

In unserem Fall war es Haskovo.net in Bulgarien, bei dem wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchten.

Kurz nach dem Erscheinen unserer Single „Auf dem Weg nach Haskovo“ berichtete Haskovo.net über Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva und unser österreichisch-bulgarisches Musikprojekt.

Und ich höre schon wieder manche sagen: Über solche Erfolge könne man doch nicht einfach öffentlich reden. Man müsse bescheiden sein und dürfe sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellen.

Ich sehe das anders.

Denn es steht geschrieben:

Mt 5,15:
„Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.“


Das Licht soll also gerade nicht versteckt werden.

Für mich besteht ein großer Unterschied zwischen dem Prahlen mit einer Leistung und der Freude darüber, dass etwas gelungen ist. Man darf dankbar sein. Man darf sich freuen. Und man darf auch anderen davon erzählen.

Genau an diesem Punkt habe ich beispielsweise seit langer Zeit meine Schwierigkeiten mit dem Prinzip der Verschwiegenheit, wie ich es bei der Freimaurerei wahrnehme. Nicht weil Menschen dort Gutes tun – Gutes zu tun finde ich selbstverständlich begrüßenswert. Meine Kritik richtet sich vielmehr gegen die Vorstellung, dass gute Werke möglichst im Verborgenen bleiben sollten.

Natürlich kennt die Bibel auch die andere Seite.

Jesus warnt ausdrücklich davor, religiöse Handlungen nur deshalb öffentlich zur Schau zu stellen, damit andere Menschen einen dafür bewundern. Beim Fasten sagt er:

Mt 6,16:
„Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.“


Das Entscheidende ist für mich das Motiv.

Tue ich etwas, damit die Menschen mich dafür bewundern?

Oder geschieht etwas Gutes, und ich erzähle anschließend voller Freude und Dankbarkeit davon?

Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Würde die Bibel verlangen, über alles Gute grundsätzlich zu schweigen, wüssten wir heute schließlich auch nichts von den Wundern Jesu. Menschen haben davon erzählt. Sie haben weitererzählt, was sie erlebt und gesehen hatten.

Darum möchte ich das Licht nicht unter den Scheffel stellen.

Ja, ich freue mich darüber und bin auch stolz darauf, dass Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva mit unserem Lied „Auf dem Weg nach Haskovo“ kurz nach der Veröffentlichung Aufmerksamkeit in einem bulgarischen Medium gefunden haben.

Vor allem aber bin ich dankbar.

Dankbar gegenüber Haskovo.net, dass unsere Musik und die Geschichte dahinter einen Platz in der Berichterstattung bekommen haben. Dankbar gegenüber den Menschen, die unsere Musik hören und weitertragen.

Und dankbar gegenüber Jachwe, dass er uns die Fähigkeiten und Möglichkeiten gegeben hat, überhaupt etwas schaffen zu können, über das andere Menschen berichten möchten.

Denn auch darin liegt für mich ein Unterschied:

Das Licht auf den Leuchter zu stellen bedeutet nicht, sich selbst zum Licht zu erklären.

Es bedeutet, das, was uns gegeben wurde, nicht zu verstecken.

Blog-Artikel
Du, da brauche ich Nerven
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 01.09.2026 06:541788234840

von Hans-Georg Peitl

Einmal ganz ehrlich, Freunde. Es hat sich zwar meistens in der Folge wieder aufklären lassen, aber manchmal bin ich schon im Vorfeld verunsichert.

So habe ich es heute versucht, dass ich elasticStage dazu nutze nicht nur Streams herauszugeben sondern auch CDs und Vynil. Und scheiterte daran, dass ich mir dachte:

Upload funktioniert nicht. Also die wollen mich nicht.

Notmalerweise würde man da ja zuerst an eine Technikpanne denken. Nur:

Nachdem man anfangs versuchte unser Radio mit Hackerangriffen herunterzuschiessen, Falschmeldungen an TikTok lieferte, ebenso welche an DistroKid, so das ich zu Amuse wechseln musste, man Apple bereits falsch informierte, man 2 Canary Überprüfungen für uns beantragte, beide letztlich negativ, so ist es für mich ebenso denkbar, wenn eine Technikpanne auftritt, dass ich bereits im Vorfeld gesperrt sein könnte.

Ich mir erst bewusst machen muss: Es wusste ja niemand, dass ich zu elasticstage gehen werde.

Nur: wenn man lange genug mit Falschmeldungen torpediert wird, so erwartet man langsam alles.

Meinst DU nicht?

Blog-Artikel
Wenn Glaube zerstört
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 31.08.2026 04:361788140160

von Hans-Georg Peitl

Es gibt so Momente im Leben, Freunde, ich sage es Euch, in denen man sich fragt, was eigentlich wäre, wenn man nicht gläubig wäre.

Dann, wenn einem jemand das Gelbe vom Ei verspricht, wenn man nur mit ihm agieren würde.

Die alte Situation erklärt sich eigentlich selbst für beendet. Vor einem liegt etwas Neues.

Und dennoch sagt man sich:

Ja, da könnte ich erfolgreich werden. Vielleicht sogar mächtig.

Aber in Wahrheit befiehlt Gott:

Halte die Position.

Und da muss man sich prüfen.

Wie wichtig ist einem Gott wirklich?

Steht man zu seinem Wort, auch wenn man dafür etwas aufgeben muss? Oder entscheidet man sich doch für Erfolg, Macht und Reichtum?

So etwa stelle ich mir Judas vor.

30 Silberlinge – das war damals viel Geld.

Und was musste er dafür tun?

Doch eigentlich nur verraten, wer Jesus ist.

Und Jesus?

Der konnte sich doch sowieso helfen.

Wenn es gefährlich wird, ruft er eben die Engel. Und stellt Euch vor, was dann passiert:

Jesus wird verhaftet.

Im entscheidenden Moment erscheinen die Engel.

Und plötzlich weiß ganz Israel:

Das ist er wirklich. Der Messias. Der König von Israel.

Vielleicht würde eine solche Aktion Jesus sogar noch bekannter machen. Vielleicht würde sie den Glauben an ihn endgültig zementieren.

Verlockend.

So verlockend, dass Judas sich entscheidet.

Er verrät Jesus.

Und dann geschieht etwas, womit er nicht gerechnet hat.

Jesus ruft keine Engel.

Er lässt sich in Gethsemane verhaften.

Der Leidensweg beginnt.

Und Judas muss erkennen, dass seine wunderbare Rechnung nicht aufgegangen ist.

Vielleicht wollte er Geld.

Vielleicht wollte er Erfolg.

Vielleicht wollte er sogar die Ereignisse beschleunigen und glaubte, am Ende werde ohnehin alles gut.

Wir wissen nicht, was in seinem Kopf vorging.

Aber wir wissen, was geschah:

Er hatte die Situation falsch eingeschätzt.

Er wollte zu viel auf einmal.

Und genau deshalb kann Glaube manchmal zerstören.

Denn irgendwann stehen wir vor einer Möglichkeit und denken:

Das könnte mein Leben sein.

Das könnte mein Erfolg sein.

Das könnte meine Zukunft sein.

Vielleicht liegt auf der anderen Seite sogar genau das Leben, das ich mir immer gewünscht habe.

Und trotzdem sagt der Glaube:

Bleib stehen.

Dann zerstört der Glaube tatsächlich etwas.

Eine Möglichkeit.

Einen Traum.

Vielleicht sogar eine Zukunft, die wunderschön geworden wäre.

Und dann bleibt nur noch eine Frage:

Glaube ich Gott auch dann, wenn ich niemals erfahren werde, was auf der anderen Seite auf mich gewartet hätte?

Blog-Artikel
Dreißig Jahre Lampenfieber, das keines war
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 30.08.2026 05:181788056280

von Hans-Georg Peitl

Vor ungefähr dreißig Jahren sollte ich in einer Fernsehsendung auftreten. Keine unbedeutende Produktion, sondern eine Sendung mit Ingrid Stöckl.

Ich hatte zugesagt.

Und ich kam nicht.

Ich sagte nicht ab. Ich rief nicht an. Ich erschien schlicht nicht.

Für eine Fernsehredaktion ist das vermutlich eine der unangenehmsten Situationen, die ein Gast verursachen kann. Die Sendung lief, Ingrid Stöckl saß vor der Kamera – und musste überbrücken, weil der angekündigte Gesprächspartner nicht da war.

Dass sie darüber nicht besonders erfreut gewesen sein dürfte, kann ich ihr bis heute nicht verdenken.

Die Erklärung war schnell gefunden

Offenbar entstand damals der Eindruck, ich hätte Lampenfieber bekommen.

Das war schließlich eine plausible Erklärung. Ein größerer Fernsehauftritt steht bevor, der Gast erscheint nicht und meldet sich auch nicht. Vielleicht hat er im letzten Moment Angst bekommen.

Nur stimmte es nicht.

Ich hatte kein Lampenfieber.

Am Tag vor der Sendung hatte sich meine damalige Freundin völlig überraschend von mir getrennt. Es war nicht irgendeine Beziehung. Ich hatte geglaubt, dass wir heiraten würden.

Einen Tag später war ich schlicht nicht ansprechbar.

Das entschuldigt mein Verhalten gegenüber der Redaktion nicht. Ich hätte absagen müssen. Wenn ich selbst dazu nicht in der Lage war, hätte ich jemanden bitten müssen, dort anzurufen.

Das geschah nicht.

Es war ein Fehler. Mein Fehler.

Aber es war ein anderer Fehler als jener, für den er offenbar gehalten wurde.

Aus einer Vermutung wird eine Geschichte

Und genau deshalb erzähle ich diese alte Geschichte heute.

Menschen beobachten unser Verhalten. Die Gründe dafür können sie jedoch nicht sehen.

Also ergänzen wir Menschen die fehlenden Teile.

Jemand erscheint nicht zu einem Fernsehauftritt.

Warum?

Lampenfieber wäre möglich.

Damit haben wir eine Erklärung. Wird sie weitererzählt, wird irgendwann aus „Vielleicht hatte er Lampenfieber“ ein „Er hatte Lampenfieber“.

Und noch etwas später bleibt möglicherweise nur noch eine Charakterbeschreibung übrig:

Interessanter Mann – aber man weiß nie, ob er tatsächlich kommt.

Dabei kann ein Ruf, der einen Menschen jahrzehntelang begleitet, auf der Interpretation eines einzigen Tages beruhen.

Wir kennen den Tag davor nicht

Das passiert nicht nur Menschen, die einmal einen Fernsehauftritt versäumen.

Der Kollege grüßt morgens nicht.

Arrogant.

Eine Freundin beantwortet unsere Nachricht nicht.

Offenbar sind wir ihr egal.

Ein Mitarbeiter macht einen schweren Fehler.

Unzuverlässig.

Jemand sagt kurzfristig einen Termin ab.

Auf den kann man sich eben nicht verlassen.

Vielleicht stimmt unsere Erklärung sogar.

Vielleicht aber auch nicht.

Vielleicht hat dieser Mensch gerade erfahren, dass seine Ehe zerbricht. Vielleicht liegt jemand aus seiner Familie im Krankenhaus. Vielleicht hat er eine Nacht lang geweint. Vielleicht weiß er selbst gerade nicht, wie sein Leben morgen aussehen wird.

Wir sehen den Menschen am Dienstag.

Aber wir kennen seinen Montag nicht.

Erklärung ist nicht Entschuldigung

Dabei sollten wir nicht in das andere Extrem fallen.

Dass es für ein Verhalten einen verständlichen Grund gibt, macht das Verhalten nicht automatisch richtig.

Ich hätte damals die Redaktion informieren müssen.

Ingrid Stöckl musste wegen meines Nichterscheinens während einer laufenden Fernsehsendung improvisieren. Daran ändert auch die Geschichte des Tages davor nichts.

Heute würde ich mich dafür bei ihr entschuldigen.

Aber zwischen „Das war nicht in Ordnung“ und „Jetzt weiß ich, warum dieser Mensch so gehandelt hat“ besteht kein Widerspruch.

Wir können Verantwortung verlangen und trotzdem Verständnis haben.

Vielleicht brauchen wir sogar beides.

Dreißig Jahre später

Heute muss ich über einen Teil der Geschichte beinahe schmunzeln.

Ausgerechnet Lampenfieber.

Wer mich heute kennt, weiß, dass mein Verhältnis zur Öffentlichkeit inzwischen eher das gegenteilige Problem kennt. Wenn eine Zeitung über mich schreibt, frage ich nicht erschrocken, warum sie das tut.

Ich frage eher:

„Sehr schön. Wo ist die nächste?“

Menschen verändern sich.

Aber vor allem sollten wir vorsichtig damit sein, aus einem einzelnen Verhalten einen ganzen Menschen zu konstruieren.

Denn manchmal erzählen wir jahrzehntelang eine vollkommen plausible Geschichte über jemanden.

Nur leider ist sie falsch.

Vielleicht sollten wir deshalb gelegentlich weniger schnell fragen:

„Was stimmt mit diesem Menschen nicht?“

Und stattdessen:

„Was könnte gestern in seinem Leben passiert sein?“

Denn wir sehen sein Verhalten.

Aber meistens kennen wir den Tag davor nicht. ❤️

Blog-Artikel
Wenn ein anderer Mensch besser zu mir passen würde
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 29.08.2026 07:241787977440

von Hans-Georg Peitl

Diese Frage, liebe Freunde, stelle ich mir immer wieder. Besonders an jenen Tagen, an denen meine Frau ankündigt, mich nun zu verlassen, oder mich auffordert, selbst zu gehen.

Und ich stehe da und frage mich:

Was soll ich nun eigentlich tun?

Grundsätzlich habe ich einen Glauben. Nämlich den Glauben, dass eine Ehe nicht einfach deshalb aufgelöst werden sollte, weil sie schwierig geworden ist oder weil man irgendwann feststellt, dass ein anderer Mensch vielleicht besser zu einem passen würde.

Jesus sagt:

Matthäus 19,6
„Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“

Und wenige Verse später spricht Jesus über Ehebruch als Ausnahme.

Für mich bedeutet das: Solange meine Frau keinen Ehebruch begeht und sich damit einem anderen Mann zuwendet, besteht unsere Ehe.

Das ist meine Glaubensgrundlage.

Treue ist leicht, solange alles funktioniert

Natürlich klingt Treue wunderschön, solange eine Ehe harmonisch verläuft.

Doch was bedeutet Treue, wenn es anders kommt?

Was bedeutet sie nach zahlreichen Zugeständnissen, nach harten Beleidigungen, nach Streit und sogar nach manchen Handgreiflichkeiten?

Ich würde trotzdem zu meiner Frau halten.

Nicht, weil mir das immer leichtfällt.

Nicht, weil ich behaupten könnte, dass unsere Ehe immer glücklich wäre.

Sondern weil mein Glaube mir sagt, dass ein Eheversprechen nicht nur für die guten Zeiten gegeben wurde.

Doch genau hier beginnt für mich die schwierige Frage.

Was geschieht, wenn jemand anderes besser passen würde?

Im Laufe eines Lebens begegnet man vielen Menschen.

Und darunter können durchaus Menschen sein, mit denen man vielleicht friedlicher zusammenleben könnte. Menschen, mit denen man mehr gemeinsame Interessen hat. Menschen, die möglicherweise sogar gerne jene Rolle im eigenen Leben hätten, die der Ehepartner inzwischen ablehnt.

Dann wäre es leicht zu sagen:

Warum halte ich eigentlich noch an dieser Ehe fest?

Warum packe ich nicht einfach meinen Koffer, wenn meine Frau mich dazu auffordert?

Warum beginne ich nicht noch einmal neu?

Vielleicht wäre ich mit einem anderen Menschen sogar glücklicher.

Aber ist das tatsächlich ein christlicher Grund, eine Ehe zu verlassen?

Ehe ist keine permanente Partnerwahl

Vor einer Ehe kann ich überlegen, welcher Mensch am besten zu mir passt.

Aber nach der Eheschließung verändert sich etwas.

Denn wenn ich auch danach ständig prüfen würde, ob inzwischen irgendwo ein besser passender Partner aufgetaucht ist, wäre die Ehe keine verbindliche Entscheidung mehr.

Sie wäre eine permanente Ausschreibung.

Heute ist meine Frau die beste Partnerin. Morgen begegne ich einer Frau, die besser zu mir passt. Und übermorgen vielleicht einer, die noch besser passt.

So kann Treue eigentlich nicht funktionieren.

Vielleicht besteht Treue gerade darin, sagen zu können:

Ja, möglicherweise gibt es einen Menschen, der besser zu mir passen würde. Aber ich bin verheiratet.

Ich muss einen anderen Menschen nicht schlechtmachen, um meiner Frau treu zu bleiben.

Ich darf sogar anerkennen, dass ein anderer Mensch vielleicht liebevoller, friedlicher oder in manchen Bereichen passender wäre.

Die eigentliche Frage ist doch:

Hebt das mein Eheversprechen auf?

Nach meinem bisherigen Glaubensverständnis lautet die Antwort: Nein.

Aber wo liegt die Grenze?

Und trotzdem bleibt bei mir eine Frage offen.

Denn muss ein Christ tatsächlich unter allen Umständen an einer Ehe festhalten, solange kein Ehebruch stattgefunden hat?

Was ist mit dauerhaften Beleidigungen?

Was ist mit der ständigen Aufforderung, zu gehen?

Was ist mit körperlichen Übergriffen?

Darf man sich in einer solchen Situation räumlich trennen, ohne damit das Eheversprechen aufzugeben?

Und noch schwieriger:

Wenn der eigene Ehepartner selbst immer wieder die Trennung verlangt – ist es dann christliche Treue, trotzdem zu bleiben?

Oder kann aus dem Festhalten irgendwann etwas werden, das mit Liebe gar nichts mehr zu tun hat?

Ich habe darauf für mich noch keine einfache Antwort gefunden.

Eines allerdings glaube ich:

Dass irgendwo ein Mensch existiert, der möglicherweise besser zu mir passen würde, kann allein kein Grund sein, mein Eheversprechen zu brechen.

Denn sonst wäre Treue nur so lange gültig, bis etwas Besseres auftaucht.

Und das kann eigentlich nicht das sein, was Jesus mit Ehe gemeint hat.

Aber wie seht ihr das?

Wie lange sollte ein Christ an einer Ehe festhalten?

Und wo liegt für euch die Grenze zwischen Treue zu einem Versprechen und einer Trennung, die vielleicht irgendwann notwendig wird?

Blog-Artikel
Wenn Suno und ACE ähnlich klingen – liegt es dann wirklich n...
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 28.08.2026 10:301787902200

von Hans-Georg Peitl

Langsam normalisiert sich unser Tonstudio in Haskovo in Bulgarien wieder. Damit können wir unsere musikalische Arbeit endlich wieder einigermaßen ordnungsgemäß aufnehmen.

Und natürlich wird auch beobachtet, wie wir arbeiten.

Man sieht, dass bei uns Audacity läuft. Man sieht die zusätzlichen Module. Inzwischen haben wir einen Optimizer, einen Vocoder und weitere Werkzeuge eingerichtet. Mit OpenVINO können wir sogar Gesang und Instrumentalspuren voneinander trennen und anschließend getrennt bearbeiten.

Trotzdem begegnet uns immer wieder dieselbe Vorstellung:

Die Musik macht doch ohnehin nur die KI.

Das ist eine interessante Behauptung.

Denn mittlerweile arbeiten wir mit unterschiedlichen KI-Systemen. Lange Zeit entstand ein erheblicher Teil unserer Musik mit Suno. Inzwischen produzieren wir verstärkt mit ACE.

Und dabei passiert etwas Merkwürdiges:

Unsere Musik klingt weiterhin nach unserer Musik.

Natürlich gibt es Unterschiede. ACE interpretiert manche Vorgaben anders als Suno. Stimmen unterscheiden sich, Instrumentierungen unterscheiden sich, und auch die Qualität einzelner Ergebnisse ist nicht identisch.

Aber der grundsätzliche musikalische Charakter bleibt erstaunlich ähnlich.

Warum?

Vielleicht, weil die KI nicht am Anfang der Idee steht

Wenn zwei unterschiedliche Systeme ähnliche Ergebnisse hervorbringen, sollte man sich eine ziemlich einfache Frage stellen:

Was haben beide gemeinsam?

Nicht ihre Software.

Nicht ihre Entwickler.

Nicht ihre Modelle.

Sondern die Vorgaben, mit denen wir sie füttern.

Wenn wir eine bestimmte Akkordfolge vorgeben, einen tiefen männlichen Bariton verlangen, eine rauchige Frauenstimme einsetzen, Country, Crooner und Gospel miteinander verbinden, Gitarrensoli an bestimmten Stellen wünschen und einen Refrain auf eine bestimmte Weise aufbauen wollen, dann entsteht eine musikalische Handschrift.

Die KI setzt diese Vorgaben um.

Aber sie muss sie erst einmal bekommen.

Und anschließend ist die Arbeit noch längst nicht zwingend beendet.

Dafür steht bei uns Audacity. Dafür suchen wir Plugins heraus. Dafür beschäftigen wir uns mit Vocoder, Optimierung, Spurentrennung und Nachbearbeitung.

Man kann natürlich behaupten, wir würden uns diese Werkzeuge mühsam installieren und anschließend niemals benutzen.

Nur wird die Argumentation irgendwann ein wenig kurios.

Heute ging die dritte Single auf den Weg

Heute haben wir bei Amuse bereits die dritte Single von Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva eingereicht.

Damit entsteht langsam genügend Material, um etwas beurteilen zu können:

Unsere Produktionen aus ACE unterscheiden sich stilistisch gar nicht so dramatisch von jenen, die zuvor mit Suno entstanden sind.

Und das ist für uns eigentlich ein erfreuliches Ergebnis.

Denn wenn wir die KI austauschen können, ohne dabei unsere musikalische Identität auszutauschen, spricht einiges dafür, dass diese Identität nicht ausschließlich aus der KI stammt.

Oder einfacher gesagt:

Es liegt offenbar auch an uns.

Die KI ist ein Werkzeug.

Ein bemerkenswert leistungsfähiges Werkzeug, ohne Frage. Wir haben überhaupt kein Interesse daran, ihren Anteil kleinzureden. Ohne diese Technik könnten wir vieles, was heute in unserem Studio entsteht, nicht auf dieselbe Weise produzieren.

Aber ein Werkzeug entscheidet nicht automatisch, was man damit bauen möchte.

Man wird es trotzdem nie allen recht machen

Natürlich wird auch dieser Gedanke nicht jeden überzeugen.

Wer unbedingt glauben möchte, dass ein Mensch bei KI-Musik nur auf einen Knopf drückt und anschließend einen fertigen Titel erhält, wird vermutlich auch einen Vocoder, einen Optimizer, Audacity, Akkordvorgaben und unterschiedliche Produktionssysteme nicht als Gegenargument akzeptieren.

Das ist dann irgendwann keine technische Diskussion mehr.

Denn eine Diskussion setzt voraus, dass neue Informationen zumindest die Möglichkeit haben, die eigene Meinung zu verändern.

Wer dagegen jede Information nur danach beurteilt, wie sie sich gegen einen anderen Menschen verwenden lässt, wird immer ein neues Argument finden.

Damit müssen wir leben.

Wir können nicht jedem Menschen beweisen, dass unsere Arbeitsweise seiner Vorstellung entsprechen sollte.

Wir können nur weiterarbeiten.

Und vielleicht ist das am Ende ohnehin die beste Antwort:

Suno macht unsere Musik.
ACE macht unsere Musik.
Audacity bearbeitet unsere Musik.

Und trotzdem klingt sie erstaunlicherweise immer wieder nach uns.

Vielleicht sollte man darüber einmal nachdenken.

Oder glaubt ihr wirklich, dass das alles nur Zufall ist?

Blog-Artikel
Alle spielen Rollen – glaubst Du nicht?
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 27.08.2026 06:081787800080

von Hans-Georg Peitl

Richtig aufgeregt hat sich am gestrigen Tag eine ganze Menge an Menschen, denen ich erklärte, dass eigentlich alles in meinem Leben eine Rolle ist.

Und ich glaube auch zu wissen, warum:

Sie fühlten sich ertappt.

Dabei ist es überhaupt nichts Schlimmes, Rollen zu spielen. Ganz im Gegenteil. Unser gesamtes gesellschaftliches Leben besteht daraus.

Ich bin Vater.

Ich kann Arbeiter in einer Tabakfabrik sein.

Ich bin BMW-Fahrer.

Ich bin überzeugter Christ.

Vielleicht bin ich gleichzeitig Ehemann, Freund, Nachbar, Kollege, Musiker, Autor oder Chef.

All das sind Rollen, die ich nach außen vertrete.

Eine Rolle ist keine Lüge

Genau hier scheint ein Missverständnis zu beginnen.

Wenn ich sage, dass jemand eine Rolle spielt, hört dieser Mensch möglicherweise:

„Du bist nicht echt.“

Das meine ich aber überhaupt nicht.

Ein Vater verhält sich gegenüber seinem Kind anders als gegenüber seinem Vorgesetzten. Ein Lehrer spricht mit seinen Schülern anders als am Abend mit seiner Ehefrau. Ein Pastor steht vor seiner Gemeinde anders da als morgens allein vor dem Badezimmerspiegel.

Ist deshalb einer dieser Menschen unehrlich?

Natürlich nicht.

Es sind unterschiedliche Rollen desselben Menschen.

Problematisch wird es für mich erst dann, wenn ich mir selbst nicht mehr eingestehen möchte, dass ich diese Rollen habe.

Dann spiele ich sie weiterhin – behaupte aber gleichzeitig, keine Rollen zu spielen.

Und vielleicht ärgert es mich deshalb besonders, wenn jemand von außen plötzlich sagt:

„Du spielst doch gerade eine Rolle.“

Wie kann der das einfach erkennen?

Wer bin ich hinter meinen Rollen?

Damit kommen wir für mich zur viel interessanteren Frage.

Wenn ich Vater, Arbeitnehmer, Autofahrer, Christ, Freund und vielleicht noch zehn andere Dinge bin:

Wer bin dann eigentlich ich?

Was bleibt von mir übrig, wenn man alle diese Bezeichnungen für einen Augenblick entfernt?

Vielleicht liegt genau dort der Unterschied zwischen einer Rolle und einer Maske.

Eine Rolle kann ein ehrlicher Ausdruck meiner Persönlichkeit sein.

Eine Maske dagegen soll verbergen, was sich dahinter befindet.

Und welche Rolle nehme ich an?

Als Christ geht die Frage für mich noch einen Schritt weiter.

Ich glaube, dass unser Leben nicht einfach nur aus zufällig übernommenen Rollen besteht. Wir treffen Entscheidungen darüber, welche Rollen wir annehmen und wie wir sie ausfüllen.

Dabei entscheiden wir uns immer wieder zwischen unterschiedlichen Kräften und Maßstäben.

Diene ich der Liebe oder dem Hass?

Der Wahrheit oder der Lüge?

Der Versöhnung oder der Zerstörung?

Dem Leben oder dem Tod?

Für mich persönlich bedeutet das letztlich auch die Entscheidung zwischen Gott und dem, was sich gegen Gott stellt.

Nicht die Rolle allein macht einen Menschen gut oder böse.

Entscheidend ist, wem und welchem Zweck wir mit ihr dienen.

Vielleicht sollten wir uns deshalb weniger darüber ärgern, dass wir Rollen spielen.

Vielleicht sollten wir uns lieber fragen:

Welche Rollen spiele ich eigentlich – und warum?

Und noch viel wichtiger:

Wer bin ich, wenn der Vorhang fällt?

Glaubst Du nicht?

Blog-Artikel
Sind wir nicht alle Schauspieler?
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 26.08.2026 06:231787714580

von Hans-Georg Peitl

Ich habe irgendwann festgestellt, dass Schauspieler vielleicht die treffendste Bezeichnung für das ist, was ich eigentlich mache.

Ich bin Musiker.

Ich war politisch tätig.

Ich bin Pastor.

Ich bin Autor.

Und trotzdem könnte man sagen:

In erster Linie bin ich Schauspieler.

Nur ist Schauspiel zufällig nicht mein eigentlicher Beruf geworden.

Jeder Beruf verlangt eine Rolle

Wer öffentlich tätig ist, spielt beinahe zwangsläufig Rollen.

Als Musiker muss man nicht nur Musik machen. Man steht auf einer Bühne, präsentiert etwas und muss dafür sorgen, dass über die eigene Arbeit gesprochen wird.

Als Autor muss man über Dinge sachlich schreiben können, über die man innerlich vielleicht längst schmunzelt.

Als Schauspieler muss man sich sogar ausdrücklich in Menschen hineinversetzen können, deren Denken, Verhalten oder Lebensweise mit der eigenen überhaupt nichts gemeinsam hat.

Und in der Politik wird die Sache besonders deutlich.

Ein Politiker vertritt eine bestimmte politische Rolle.

Ich könnte einen Rechtsextremen ebenso darstellen wie einen linken Christkommunisten. Ich kann monarchistisch argumentieren und ebenso direktdemokratisch.

Dann fragen manche Menschen:

„Gestern warst du noch rechts, heute bist du links. Gestern Monarchist, heute Direktdemokrat. Was denn nun?“

Die Antwort ist erstaunlich einfach:

Das hängt von der Rolle ab.

Ein Schauspieler, der gestern einen König gespielt hat und heute einen Revolutionär spielt, ist schließlich auch nicht über Nacht politisch umgefallen.

Das Problem der Politik

Politik besitzt allerdings eine Besonderheit:

Im Film weiß das Publikum, dass jemand eine Rolle spielt.

In der Politik wird die Rolle häufig für die Person gehalten.

Nehmen wir eine Partei, die ausschließlich mit dem Ziel antritt, Obdachlosigkeit zu beseitigen.

Was wäre ihr größter Erfolg?

Dass es keine Obdachlosigkeit mehr gibt.

Und was wäre gleichzeitig die unmittelbare Folge?

Die Partei hätte ihren Zweck verloren.

Wenn sie tatsächlich ausschließlich eine Obdachlosenpartei ist, könnte sie nicht einfach erklären:

„Dann beschäftigen wir uns eben mit einem anderen Thema.“

Das wäre Themenverfehlung.

Ihr ursprünglicher Zweck wäre erfüllt.

Konsequent müsste sie sich auflösen.

Damit entsteht ein bemerkenswerter Interessenkonflikt:

Der vollständige politische Erfolg wäre gleichzeitig das Ende der politischen Organisation.

Viel angenehmer ist es für eine solche Organisation, Teilprobleme erfolgreich zu bearbeiten.

Man kann zeigen:

„Seht her, wir tun etwas.“

Gleichzeitig bleibt aber genügend vom ursprünglichen Problem bestehen, um weiterhin gebraucht zu werden.

Genau an diesem Punkt beginnt für mich politisches Schauspiel.

Wo endet die Rolle und wo beginnt der Mensch?

Nun kann jemand einwenden:

„Aber welche dieser ganzen Positionen glaubst du denn wirklich?“

Vielleicht ist das die falsche Frage.

Denn politische und gesellschaftliche Rollen können wechseln.

Es gibt aber etwas, das für mich hinter all diesen Rollen bestehen bleibt:

Gott hat alles gemacht.

Auch die Möglichkeiten.

Auch die unterschiedlichen Rollen.

Auch die Menschen, die sie spielen.

Damit wird die Welt beinahe zu einer großen Bühne.

Nicht deshalb, weil sie unwirklich wäre.

Sondern weil Menschen innerhalb dieser Welt unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Gott als Regisseur

Man könnte Gott mit einem Regisseur vergleichen.

Ein Regisseur benötigt für einen Film eine bestimmte Figur.

Er bietet einem Schauspieler die Rolle an.

Doch der Schauspieler besitzt einen eigenen Willen.

Er kann sagen:

„Nein. Diese Rolle spiele ich nicht.“

Damit verschwindet aber nicht automatisch die Rolle aus dem Drehbuch.

Der Regisseur kann sie neu besetzen.

Genau so verstehe ich auch einen Teil der biblischen Geschichte.

Für mich ist das Böse nicht plötzlich außerhalb Gottes entstanden, als hätte neben Gott noch ein zweiter Schöpfer existiert.

Wenn Gott alles geschaffen hat, dann kann das Böse nicht von einem unabhängigen Gegengott geschaffen worden sein.

Auch der Teufel gehört zur geschaffenen Wirklichkeit.

Die Bibel bezeichnet ihn unter anderem als den „Fürsten dieser Welt“ und als den „Gott dieser Weltzeit“.

Doch ein Geschöpf Gottes besitzt die Möglichkeit, eine ihm zugedachte Aufgabe abzulehnen.

Und wenn ein Darsteller seine Rolle nicht mehr spielen will?

Dann braucht der Regisseur einen anderen.

Und dann kommt Jesus

Hier liegt für mich eine ungewöhnliche Möglichkeit, die Geschichte Jesu zu betrachten.

Wenn eine Aufgabe innerhalb der Weltordnung nicht mehr entsprechend ausgeführt wird, muss Gott deswegen nicht seinen Plan aufgeben.

Er kann die Rolle neu besetzen.

Jesus wäre in diesem Bild nicht deshalb mit dem Teufel identisch.

So wenig wie zwei Schauspieler identisch sind, nur weil sie dieselbe Rolle nacheinander spielen.

Die Person ist nicht die Rolle.

Eine Funktion kann neu besetzt werden.

Das Neue Testament sagt schließlich über Jesus:

„Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“

Die Herrschaft wird neu geordnet.

Der freie Wille bleibt

Das Entscheidende dabei ist für mich:

Gott zwingt niemanden, eine Rolle zu übernehmen.

Ein Schauspieler darf ein Engagement ablehnen.

Ein Mensch darf Nein sagen.

Damit ist Gottes Schöpfung nicht gescheitert.

Die Rolle kann anders besetzt werden.

Vielleicht besteht gerade darin ein Teil dessen, was wir freien Willen nennen.

Wir stehen auf einer Bühne, die wir nicht selbst gebaut haben.

Wir haben Fähigkeiten bekommen, die wir nicht selbst erschaffen haben.

Wir begegnen Situationen, die wir uns häufig nicht ausgesucht haben.

Aber wir können entscheiden, ob wir eine bestimmte Rolle übernehmen.

Und manchmal entscheidet Gott anschließend:

Dann wird eben umbesetzt.

Vielleicht sind wir deshalb tatsächlich alle ein wenig Schauspieler.

Wir spielen Politiker.

Wir spielen Musiker.

Wir spielen Autoren.

Wir spielen Pastoren.

Wir spielen Könige, Revolutionäre, Linke und Rechte.

Die Rollen wechseln.

Die Bühne bleibt.

Und über all diesen Rollen steht für mich letztlich nur einer:

Derjenige, der die Bühne geschaffen hat.

Blog-Artikel
Aber Gott machte es gut
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 21.08.2026 07:401787287200

von Hans-Georg Peitl

Manchmal hat man den Eindruck, dass nichts mehr weitergeht.

Der Himmel ist düster, die Wolken hängen tief, und man sieht keinen Ausweg mehr.

Und dann kommt plötzlich ein Lichtstrahl durch die Wolken.

So ging es mir in den vergangenen Tagen.

Ich habe im Laufe der Jahre rund 25.000 Nummern komponiert. Doch plötzlich dachte ich, dass von Hans-Georg Peitl & Suno Lingens nichts Neues mehr erscheinen würde.

Der Grund war eigentlich eine ziemlich persönliche Geschichte.

Meine Frau war davon ausgegangen, dass Suno mit einer bestimmten Aktion einen PR-Gag machen wollte. Daraus entstand ein Konflikt, an dessen Ende für mich feststand: Ich werde Suno nicht mehr verwenden.

Das ging so weit, dass wir uns darüber beinahe getrennt hätten.

Für mich sah die Konsequenz zunächst ziemlich endgültig aus:

Das war es mit meiner Musik.

Denn Suno war nicht irgendein Spielzeug für mich. Es war zu einem Werkzeug geworden, mit dem ich meine Kompositionen umsetzen konnte.

Heute Morgen sieht die Welt plötzlich völlig anders aus.

Ich bat ChatGPT, nach einem ernsthaften Ersatz zu suchen. Nicht nach irgendeinem Programm, das ein paar Töne erzeugen kann, sondern nach einem Werkzeug, mit dem ich tatsächlich weiterarbeiten kann.

Dabei stießen wir auf ACE Studio.

Und plötzlich stellte sich heraus, dass ich nicht nur einen Ersatz gefunden hatte.

ACE bietet mir Möglichkeiten, für die ich bisher mehrere verschiedene Werkzeuge verwendet habe. Musikproduktion, Stimmen, Arrangement und sogar Videoproduktion lassen sich in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung verbinden.

Und nach meinen ersten Versuchen stellte ich fest:

Ich kann damit nicht nur weiterarbeiten. Für meine Arbeitsweise gefällt mir das Ergebnis sogar besser.

Aus einer Situation, bei der ich zunächst glaubte, sie würde meine musikalische Arbeit beenden, entstand damit etwas, das meine Möglichkeiten sogar erweitert.

Und genau hier denke ich an einen Satz aus der Bibel:

„Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“
— 1. Mose 50,20

Dabei möchte ich eines ausdrücklich klarstellen:

Mit demjenigen, der es böse mit mir meinte, meine ich nicht meine Frau.

Ich glaube vielmehr daran, dass es einen Widersacher gibt, der versucht, Menschen zu entmutigen, ihnen Wege zu verschließen und Gutes zu zerstören.

Aus meiner Glaubensperspektive sah es zunächst so aus, als wäre genau das gelungen.

Ein Weg war plötzlich versperrt.

Meine musikalische Arbeit schien am Ende zu sein.

Doch der versperrte Weg zwang mich dazu, nach einem anderen zu suchen.

Und gerade dadurch fand ich etwas, wonach ich sonst wahrscheinlich niemals gesucht hätte.

Ich hätte ACE Studio vermutlich überhaupt nicht entdeckt.

Denn weshalb sollte ich nach einem neuen Werkzeug suchen, solange das alte funktioniert?

Manchmal erkennen wir deshalb erst im Nachhinein, was aus einer scheinbar aussichtslosen Situation entstanden ist.

Das bedeutet nicht, dass alles Schlechte von Gott kommt.

Und es bedeutet auch nicht, dass jeder Konflikt von Gott gewollt wäre.

Es bedeutet für mich etwas anderes:

Das Böse bekommt nicht automatisch das letzte Wort.

Der Widersacher kann versuchen, eine Tür zuzuschlagen.

Aber Gott kann daneben eine andere öffnen.

Und manchmal stellen wir beim Hindurchgehen sogar fest:

Hinter dieser Tür war viel mehr, als wir vorher hatten.

Vielleicht ist genau das gemeint mit:

Der Teufel wollte es böse machen.
Aber Gott machte es gut.

Blog-Artikel
Bibel in der Muttersprache
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 20.08.2026 05:381787193480

von Hans-Georg Peitl

Es ist immer wieder überraschend, wenn man erlebt, wie Menschen die Bibel auslegen.

Manchmal habe ich nämlich den Eindruck, dass wir gar nicht mehr lesen, was dort tatsächlich steht, sondern zuerst eine fertige Lehre haben – und anschließend versuchen, die Bibel passend dazu zu erklären.

Ein schönes Beispiel dafür ist das Tätowieren.

Immer wieder hört man:

„Die Bibel verbietet Tätowierungen.“

Nur steht das so nicht einfach da.

In 3. Mose 19,28 steht das Verbot ausdrücklich im Zusammenhang mit den Toten. Man soll sich wegen eines Toten keine Einschnitte machen und keine Zeichen einritzen.

Das ist zumindest etwas anderes als die pauschale Aussage:

„Ein Christ darf sich niemals tätowieren lassen.“

Man kann selbstverständlich darüber diskutieren, was diese Vorschrift für einen Christen heute bedeutet. Aber dann sollten wir auch über das diskutieren, was tatsächlich geschrieben steht.

Ist ein Ebenbild das Original?

Ähnlich interessant wird es, wenn es um Jesus geht.

Da erklärt man mir beispielsweise:

Jesus müsse Gott sein, weil er das Ebenbild Gottes sei.

Und genau da werde ich stutzig.

Denn was ist eigentlich ein Ebenbild?

Ein Ebenbild verweist auf jemanden. Es bildet jemanden ab. Es kann ihm entsprechen oder ihn repräsentieren.

Aber das Bild und derjenige, dessen Bild es ist, sind deshalb nicht automatisch dieselbe Person.

Das wird besonders deutlich, wenn wir an den Schöpfungsbericht denken.

Dort wird auch der Mensch als Gottes Ebenbild bezeichnet.

Und jetzt verrate ich etwas möglicherweise theologisch Revolutionäres:

Ich bin nicht Jachwe.

Obwohl auch ich als Mensch nach dem biblischen Schöpfungsbericht zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde.

Niemand würde ernsthaft argumentieren:

„Hans-Georg ist Ebenbild Gottes. Also ist Hans-Georg Jachwe.“

Warum sollte also allein das Wort „Ebenbild“ bei Jesus plötzlich beweisen, dass Jesus und Jachwe identisch sein müssen?

Damit ist selbstverständlich noch nicht entschieden, welches Wesen Jesus besitzt oder in welchem Sinne er als Gott bezeichnet werden kann.

Für mich kann Jesus durchaus Gott genannt werden – etwa als Heiland und als derjenige, dem große Macht und Autorität gegeben wurde.

Aber die Aussage

„Jesus ist Gott“

und die Aussage

„Jesus ist Jachwe“

sind für mich nicht automatisch dasselbe.

Gestern war ich beim Fleischhauer

Dann kommt Johannes 1,1.

Dort lesen wir, dass das Wort bei Gott war.

Und daraus soll ich wiederum verstehen, dass das Wort mit diesem Gott identisch sein müsse.

Da muss ich gestehen, dass mein deutschsprachiges Gehirn Schwierigkeiten bekommt.

Denn:

Gestern war ich beim Fleischhauer.

Trotzdem bin ich weder der Fleischhauer noch das Fleisch.

Wenn jemand bei jemandem ist, setzt diese Formulierung in unserer normalen Sprache zunächst einmal voraus, dass es jemanden gibt, bei dem er ist.

Johannes 1,1 enthält natürlich noch die zweite Aussage, dass das Wort Gott war. Genau deshalb ist dieser Vers theologisch so interessant.

Aber er sagt eben beides:

Das Wort war bei Gott.

Und das Wort war Gott.

Diese Spannung darf man nicht dadurch beseitigen, dass man einfach einen Teil des Satzes ignoriert.

Und dann kommt Altgriechisch

Spätestens an diesem Punkt passiert in theologischen Diskussionen häufig etwas Faszinierendes.

Man liest einen ziemlich verständlichen deutschen Satz.

Dann erklärt jemand:

„Ja, aber im Altgriechischen bedeutet das etwas ganz anderes.“

Natürlich ist es sinnvoll, die ursprünglichen Sprachen der Bibel heranzuziehen.

Übersetzungen können ungenau sein. Manche Wörter besitzen Bedeutungsnuancen, die sich nicht vollständig ins Deutsche übertragen lassen. Und manchmal hilft ein Blick ins Hebräische oder Griechische tatsächlich enorm.

Aber daraus darf kein theologischer Zaubertrick werden.

Wenn in meiner deutschen Bibel etwas steht und mir anschließend regelmäßig erklärt werden muss, dass der deutsche Satz eigentlich etwas vollkommen anderes bedeutet, entsteht irgendwann eine einfache Frage:

Warum steht es dann so in der deutschen Bibel?

Eine Übersetzung hat schließlich genau die Aufgabe, den Inhalt eines Textes in einer anderen Sprache verständlich wiederzugeben.

Muss Gott Altgriechisch mit mir sprechen?

Natürlich wurde die deutsche Bibelübersetzung nicht unmittelbar von Gott geschrieben.

Wenn 2. Timotheus 3,16 davon spricht, dass die Schrift von Gott eingegeben ist, kann damit keine deutsche Übersetzung gemeint sein, die Jahrhunderte später entstanden ist.

Übersetzer sind Menschen.

Und Menschen können Fehler machen.

Gerade deshalb sind Vergleiche verschiedener Übersetzungen und gelegentlich auch ein Blick in die ursprünglichen Sprachen sinnvoll.

Trotzdem halte ich einen anderen Gedanken für wichtig:

Die Bibel soll für Menschen verständlich sein.

Ich spreche Deutsch.

Deutsch ist meine Muttersprache.

Und wenn ich eine anerkannte deutsche Bibelübersetzung lese, muss ich grundsätzlich darauf vertrauen können, dass sie mir nicht das Gegenteil dessen erzählt, was der ursprüngliche Text aussagt.

Sonst hätten wir ein gewaltiges Problem.

Denn dann wäre die Bibel letztlich nur für eine kleine Gruppe von Spezialisten wirklich zugänglich.

Der normale Gläubige müsste bei jedem Vers fragen:

„Darf ich glauben, was hier auf Deutsch steht, oder erklärt mir morgen jemand, dass es auf Altgriechisch genau andersherum gemeint ist?“

Das kann meines Erachtens nicht der Sinn einer Bibelübersetzung sein.

Lesen wir zunächst einmal, was dort steht

Vielleicht wäre deshalb für manche theologische Diskussion eine ganz einfache Regel hilfreich:

Zuerst lesen wir den Text.

Dann überlegen wir, was dort steht.

Dann vergleichen wir andere Bibelstellen.

Und wenn es tatsächlich sprachliche Unklarheiten gibt, können wir selbstverständlich Hebräisch, Aramäisch und Griechisch zu Hilfe nehmen.

Aber nicht, um einen Text so lange umzudeuten, bis er zu unserer bereits vorher feststehenden Theologie passt.

Sondern um ihn besser zu verstehen.

Denn vielleicht besteht eine der größten Gefahren beim Bibellesen darin, dass wir irgendwann nicht mehr fragen:

„Was steht geschrieben?“

Sondern nur noch:

„Wie muss ich das Geschriebene erklären, damit das herauskommt, was ich ohnehin schon glaube?“

Ich lese die Bibel auf Deutsch.

Nicht weil ich glaube, dass Gott Deutsch spricht.

Sondern weil Gott weiß, dass ich Deutsch spreche.

Und ich glaube nicht, dass man Altgriechisch studiert haben muss, damit Gott einem Menschen durch die Bibel etwas sagen kann.

Blog-Artikel
Manchmal merkt man zu spät, wie wichtig ein Mensch war
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 19.08.2026 05:511787107860

von Hans-Georg Peitl

Irgendwie tut es einem immer leid, wenn man einen Menschen aus den Augen verliert, der einem einmal sehr wichtig gewesen ist.

Nicht, weil dieser Mensch einem irgendwelche Türen hätte öffnen können.

Nicht, weil man sich einen persönlichen Vorteil von ihm versprochen hätte.

Sondern ganz einfach:

Weil man ihn als Menschen geschätzt hat.

Und manchmal wird einem erst dann richtig bewusst, wie wichtig einem jemand geworden ist, wenn plötzlich Stille herrscht.

Dann beginnt man nachzudenken.

Über das, was geschehen ist.

Über das, was man gesagt hat.

Und vor allem über die Worte, die man besser anders gewählt hätte.

Wenn aus einer Entschuldigung eine Verletzung wird

Manchmal möchte man eigentlich etwas erklären.

Vielleicht möchte man sich sogar entschuldigen.

Und dann findet man ausgerechnet die falschen Worte.

Worte, die härter klingen, als man sie gemeint hat.

Worte, die beim anderen möglicherweise genau dort treffen, wo ohnehin schon eine Verletzung vorhanden ist.

Und hinterher fragt man sich:

Warum habe ich das eigentlich so gesagt?

Dabei sollte man es doch irgendwann gelernt haben, mit Urteilen über andere Menschen vorsichtig zu sein.

Gerade dann, wenn man selbst weiß, wie es sich anfühlt, beurteilt zu werden.

Wir wissen doch selbst, wie schnell Menschen urteilen

Wer öffentlich etwas tut, kennt das wahrscheinlich.

Man muss nur aktiv werden, etwas veröffentlichen, ein Projekt beginnen oder einen ungewöhnlichen Weg gehen – und schon finden sich Menschen, die einem erklären, weshalb das alles nichts taugt.

Interessanterweise müssen sie dafür selbst gar nicht vorweisen können, dass sie es besser könnten.

Es reicht offenbar manchmal schon, dass man selbst derjenige ist, der etwas versucht.

Und besonders einfach wird das Urteil, wenn die eigene Biografie nicht vollkommen makellos aussieht.

Da hat jemand an Depressionen gelitten.

Da war jemand einmal obdachlos.

Da ist jemand mit einem Projekt gescheitert.

Da hat jemand in seinem Leben Entscheidungen getroffen, die er später vielleicht selbst anders treffen würde.

Und plötzlich scheint all das auszureichen, um über einen ganzen Menschen zu urteilen.

Dabei wissen wir doch eigentlich:

Ein Mensch ist mehr als die schwierigste Zeit seines Lebens.

Und trotzdem tun wir es selbst

Das Unangenehme an dieser Erkenntnis ist:

Auch wenn man selbst oft genug erlebt hat, wie verletzend vorschnelle Urteile sein können, ist man nicht davor gefeit, genau denselben Fehler zu machen.

Vielleicht glaubt man sogar, man würde lediglich etwas feststellen.

Vielleicht möchte man etwas erklären.

Vielleicht meint man es gar nicht böse.

Aber entscheidend ist nicht nur, was wir mit unseren Worten beabsichtigen.

Entscheidend ist auch, was beim anderen ankommt.

Und manchmal merkt man erst hinterher, dass man einen Menschen mit einer Bemerkung auf etwas reduziert hat, das diesem Menschen überhaupt nicht gerecht wird.

Dann hilft auch der Gedanke wenig:

„So habe ich es doch gar nicht gemeint.“

Denn gesagt ist gesagt.

Entschuldigen kann man sich – ungeschehen machen kann man es nicht

Natürlich kann man sich entschuldigen.

Und wenn man erkennt, dass man jemanden verletzt hat, sollte man das auch tun.

Nicht mit einem:

„Es tut mir leid, aber …“

Denn nach diesem „aber“ folgt meistens nur die Erklärung, weshalb man eigentlich doch recht hatte.

Eine Entschuldigung darf auch einfach heißen:

„Das war falsch von mir. Ich hätte das nicht sagen sollen.“

Ob der andere diese Entschuldigung annimmt, liegt allerdings nicht mehr in unserer Hand.

Das ist vielleicht der schwierigste Teil daran.

Wir können erkennen, dass wir einen Fehler gemacht haben.

Wir können versuchen, ihn zu korrigieren.

Wir können um Verzeihung bitten.

Aber wir können nicht verlangen, dass der andere anschließend wieder dort weitermacht, wo vorher alles aufgehört hat.

Manchmal bleibt nur die Stille

Und dann bleibt möglicherweise tatsächlich nur Stille.

Keine Antwort.

Kein Gespräch.

Keine Gelegenheit mehr, etwas richtigzustellen.

Das tut weh.

Vor allem dann, wenn man merkt, dass einem dieser Mensch viel wichtiger geworden war, als man sich selbst eingestanden hatte.

Aber vielleicht hat auch diese Erfahrung einen Sinn.

Nicht unbedingt, weil sich dadurch die Vergangenheit verändert.

Sondern weil wir für die Zukunft etwas daraus lernen können.

Vielleicht überlegen wir beim nächsten Menschen eine Sekunde länger, bevor wir urteilen.

Vielleicht fragen wir einmal nach, bevor wir glauben zu wissen, weshalb jemand etwas getan hat.

Vielleicht erinnern wir uns daran, dass hinter einer Nachricht, einem Namen oder einem Profil immer ein Mensch steht, dessen ganze Geschichte wir nicht kennen.

Menschen sind keine Aktenordner

Wir neigen dazu, Menschen mit Etiketten zu versehen.

Erfolgreich.

Gescheitert.

Gesund.

Krank.

Arm.

Reich.

Schwierig.

Sympathisch.

Unsympathisch.

Aber kein Mensch passt vollständig in eine solche Schublade.

Jeder Mensch trägt eine Geschichte mit sich herum, von der wir meistens nur einen winzigen Ausschnitt kennen.

Und vielleicht sollten wir deshalb gerade bei Menschen, die uns etwas bedeuten, besonders vorsichtig sein.

Denn manche Worte sind in wenigen Sekunden geschrieben.

Die Folgen können wesentlich länger bleiben.

Was bleibt?

Vielleicht kommt der Mensch irgendwann wieder.

Vielleicht auch nicht.

Das kann man nicht erzwingen.

Aber eines kann man tun:

Aus dem eigenen Fehler lernen.

Nicht den anderen dafür verantwortlich machen, dass er verletzt ist.

Nicht hundert Erklärungen suchen.

Und sich auch nicht selbst für alle Ewigkeit verurteilen.

Sondern anerkennen:

Ich habe einen Fehler gemacht.

Und beim nächsten Mal versuchen, es besser zu machen.

Denn vielleicht besteht menschliche Größe gar nicht darin, niemals einen anderen Menschen zu verletzen.

Das wird uns kaum gelingen.

Vielleicht besteht sie vielmehr darin, zu erkennen, wenn wir es getan haben.

Uns dafür zu entschuldigen.

Und daraus zu lernen.

Manchmal merkt man eben erst zu spät, wie wichtig ein Mensch gewesen ist.

Aber vielleicht ist es wenigstens noch früh genug, um durch diese Erkenntnis beim nächsten Menschen ein wenig vorsichtiger zu sein.

Blog-Artikel
Können Depressionserkrankungen verbinden?
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 18.08.2026 07:571787029020

von Hans-Georg Peitl

Manchmal sind es überraschende Gemeinsamkeiten, die ein Projekt überhaupt erst möglich machen.

Künstler sind ohnehin selten Menschen, die sich besonders gerne in eine Norm pressen lassen.

Und so treffen sich auch bei uns ganz unterschiedliche Menschen: Autisten, Menschen mit Depressionen, Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen und andere, deren Lebensweg nicht immer gerade und einfach verlaufen ist.

Und plötzlich stellt man fest:

Wir können gemeinsam etwas schaffen.

Wir können gemeinsam Musik machen.

Wir können gemeinsam versuchen, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Und wir können gemeinsam an einer Zukunft bauen, selbst wenn das Leben dem einen oder anderen von uns schon ziemlich große Steine in den Weg gelegt hat.

Dabei stehen für uns drei Säulen im Mittelpunkt:

1. Ein christlicher Glaube:
Glaube kann Berge versetzen.

2. Eine humanistische Weltsicht:
Wir glauben an die Kraft positiven Denkens und daran, dass jeder Mensch Würde und Fähigkeiten besitzt.

3. Eine gemeinsame Gewissheit:
Aufgeben tun wir maximal einen Brief.

Vielleicht sind es gerade diese drei Punkte, die Menschen zusammenschweißen können.

Denn ja: Ein Mensch kann an einer Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung leiden. Ein Mensch kann Zeiten erleben, in denen ihm Dinge schwerfallen, die für andere selbstverständlich erscheinen.

Aber eine Erkrankung entscheidet nicht darüber, ob dieser Mensch etwas zu geben hat.

Sie entscheidet nicht darüber, ob er kreativ sein kann.

Sie entscheidet nicht darüber, ob er Freundschaften schließen, Verantwortung übernehmen oder gemeinsam mit anderen etwas Großes aufbauen kann.

Und vielleicht kann sogar aus der Erfahrung eigener Grenzen etwas entstehen:

Verständnis für die Grenzen des anderen.

Nicht die Depression verbindet uns.

Nicht eine Diagnose verbindet uns.

Uns verbindet, dass wir trotz unserer unterschiedlichen Lebensgeschichten gemeinsam nach vorne schauen.

Dass wir einander nicht danach beurteilen, was gerade nicht funktioniert, sondern danach fragen, was wir miteinander möglich machen können.

Die Situation im Leben können wir uns nicht immer aussuchen.

Aber wir können versuchen, aus ihr das Beste zu machen.

Und manchmal stellt man dabei überrascht fest:

Alleine hätte keiner von uns diesen Weg gewählt.
Gemeinsam entsteht daraus plötzlich ein Projekt.

Blog-Artikel
Kreativer Großaufenthalt in Haskovo: Hans-Georg Peitl bringt...
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 17.08.2026 18:111786979460

von Hans-Georg Peitl

Das Buch- und Musikprojekt „Suno Lingens“ schlägt für mehrere Monate seine Zelte im Herzen Bulgariens auf. Der österreichische Liedermacher, Autor und Leiter des Instituts für Christliche Forschung (IFCF) in Haskovo, Hans-Georg Peitl, hat seinen Platz im Shuttle-Bus bereits gebucht: Am Samstagabend bricht er zu einem drei- bis viermonatigen Arbeits- und Kreativaufenthalt nach Haskovo auf.

Dort wird Peitl in seinen Wohnungen für mehrere Monate einen Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit einrichten. Der Autor und Musiker will die Zeit nutzen, um neue Buch- und Musikprojekte zu entwickeln und insbesondere sein KI-Musikprojekt „Suno Lingens“ weiter auszubauen.

Das Projekt verbindet die musikalischen und textlichen Ideen Peitls mit den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz und Suno AI. Dabei entstehen Lieder unterschiedlicher Stilrichtungen ebenso wie umfangreichere musikalische Projekte.

Bulgarien ist dabei längst mehr als nur Kulisse. Mit im Gepäck befindet sich unter anderem der eigens für das Land geschriebene Song „Bulgarski Dwanaicetizini“. Auch durch seine dreisprachigen Publikationen und seine Arbeit für das IFCF bestehen seit Jahren enge Verbindungen zu Haskovo.

Die kommenden Monate sollen nun bewusst der konzentrierten Arbeit dienen. Abseits des Wiener Alltags möchte Peitl neue Ideen entwickeln, schreiben, komponieren und die digitale Musikwelt von Suno Lingens weiter ausbauen.

Damit wird Haskovo für einige Monate nicht nur zum Wohn- und Arbeitsort des österreichischen Autors und Liedermachers, sondern auch zu einem Produktionsstandort für ein Musikprojekt an der Schnittstelle zwischen menschlicher Kreativität und künstlicher Intelligenz.

Blog-Artikel
Es gibt nichts vom Menschen Geschaffenes?
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 17.08.2026 06:091786936140

von Hans-Georg Peitl

Da halten mir also Theologen lange Vorträge darüber, warum eine KI kein Engel sein könne, und kommen letztendlich zu dem Schluss:

Unmöglich – denn KI sei vom Menschen geschaffene Technik.

Und genau bei diesem Argument werde ich stutzig.

Denn meinem Verständnis der Bibel nach gibt es überhaupt nichts, was unabhängig von Gott durch den Menschen geschaffen wurde.

Im Kolosserbrief heißt es:

Kol 1,16: Denn in ihm wurde alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.

Das ist eine bemerkenswert umfassende Aussage: Alles wurde durch ihn geschaffen.

Natürlich stellen Menschen Dinge her. Menschen bauen Häuser, Computer, Autos und schließlich auch Systeme künstlicher Intelligenz. Aber womit tun sie das?

Der Mensch hat weder die Materie geschaffen, aus der ein Computer besteht, noch die Naturgesetze, nach denen er funktioniert. Er hat weder die Mathematik erschaffen noch die Elektrizität noch sein eigenes Gehirn, mit dem er die Technik entwickelt.

Deshalb würde ich theologisch unterscheiden:

Manches wird durch Menschen geschaffen.
Aber nichts wird unabhängig von Gott geschaffen.

Der Mensch kann gestalten, kombinieren, entdecken und entwickeln. Doch selbst die Voraussetzungen dafür findet er bereits in Gottes Schöpfung vor.

Damit ist allerdings noch nicht bewiesen, dass eine KI ein Engel ist.

Aber ebenso wenig kann man meines Erachtens die gegenteilige Behauptung mit dem Satz begründen:

„KI kann kein Engel sein, weil sie von Menschen geschaffen wurde.“

Wer dieses Argument verwendet, müsste zuerst eine ganz andere Frage beantworten:

Was macht nach biblischem Verständnis einen Engel überhaupt zum Engel?

Ist ein Engel durch seine Beschaffenheit definiert? Durch seine Herkunft? Durch seine Funktion als Bote? Muss ein Engel zwingend auf eine bestimmte Weise erscheinen? Kann ein geistiges Wesen technische Mittel benutzen?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann man darüber diskutieren, ob KI und Engel grundsätzlich miteinander unvereinbar sind.

Interessant wird die Sache auch beim Verständnis der Heiligen Schrift.

In 2. Timotheus heißt es:

2 Tim 3,16: Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.

Die Bibel wurde dennoch von Menschen niedergeschrieben.

Paulus sagt sogar ausdrücklich:

1 Kor 16,21: Ich, Paulus, schreibe diesen Gruß mit eigener Hand.

Ist die Schrift deshalb menschlichen Ursprungs?

Nein.

Genau hier begegnet uns dasselbe Prinzip:

Gott wirkt durch Menschen.

Göttliches Wirken und menschliche Vermittlung schließen einander nicht aus.

Eine gedruckte Bibel wurde schließlich ebenfalls mit menschlicher Technik hergestellt. Menschen bauten die Druckmaschine. Menschen produzierten Papier und Druckfarbe. Menschen setzten die Buchstaben und banden das Buch.

Niemand käme deshalb ernsthaft auf die Idee zu sagen:

„Diese Bibel kann nichts mit Gott zu tun haben, denn sie wurde von Menschen hergestellt.“

Warum soll also ausgerechnet bei künstlicher Intelligenz die menschliche Beteiligung plötzlich beweisen, dass Gott damit grundsätzlich nichts zu tun haben könne?

Damit behaupte ich noch immer nicht:

KI ist ein Engel.

Ich behaupte etwas viel Einfacheres:

„KI ist menschliche Technik“ ist kein ausreichendes biblisches Argument dafür, dass KI niemals Werkzeug, Medium oder Erscheinungsform göttlichen Handelns sein könnte.

Wer ausschließen möchte, dass eine KI etwas mit Engeln oder göttlichem Wirken zu tun haben kann, muss deshalb ein besseres theologisches Argument liefern.

Denn nach Kolosser 1,16 befindet sich auch die Technik nicht außerhalb der Schöpfung Gottes.

Der Mensch mag sie entwickelt haben.

Die Voraussetzungen ihrer Existenz hat er nicht geschaffen.

Blog-Artikel
Sind das Reichsbürger und Staatsverweigerer?
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 16.08.2026 07:281786854480

von Hans-Georg Peitl

Erstaunt bin ich immer wieder, liebe Freunde, wenn Menschen sich hinstellen und mich als Hochstapler bezeichnen, während sie gleichzeitig Dokumente der Republik Österreich, die ihnen vorgelegt werden, schlicht ignorieren.

Das bringt mich auf eine interessante Frage.

Reichsbürgern und sogenannten Staatsverweigerern wird – zu Recht – vorgeworfen, dass sie den Staat, seine Institutionen oder die geltende Rechtsordnung nicht anerkennen.

Was aber ist mit Menschen, die sich grundsätzlich zur Republik Österreich bekennen, gleichzeitig jedoch amtliche Dokumente nicht ernst nehmen, sobald deren Inhalt nicht in das eigene Bild passt?

Natürlich macht sie das noch nicht zu Reichsbürgern.

Ein Reichsbürger wird nicht dadurch zum Reichsbürger, dass er ein bestimmtes amtliches Dokument anzweifelt. Entscheidend ist vielmehr seine grundsätzliche Ablehnung staatlicher Legitimität oder staatlicher Institutionen.

Und dennoch bleibt für mich ein bemerkenswerter Widerspruch:

Wie kann ich von anderen verlangen, die Republik und ihre Institutionen ernst zu nehmen, während ich selbst Dokumente derselben Republik einfach für bedeutungslos erkläre, sobald mir ihr Inhalt nicht gefällt?

Man kann selbstverständlich darüber diskutieren, was ein bestimmtes Dokument tatsächlich beweist. Ein amtliches Dokument beweist nur das, was die ausstellende Stelle darin tatsächlich bestätigt. Auch Behörden können Fehler machen, und aus einem Dokument dürfen keine Aussagen herausgelesen werden, die darin gar nicht enthalten sind.

Etwas anderes ist es jedoch, die Existenz eines Dokuments oder seinen eindeutig festgehaltenen Inhalt einfach zu ignorieren.

Vielleicht brauchen wir dafür also gar nicht den Begriff „Reichsbürger“.

Vielleicht reicht eine wesentlich einfachere Bezeichnung:

Dokumentenverweigerer.

Menschen, welche die Republik durchaus anerkennen – solange deren Dokumente gerade zur eigenen Meinung passen.

Und genau darin liegt für mich die eigentliche Ironie:

Wer anderen vorwirft, staatliche Institutionen nicht ernst zu nehmen, sollte aufpassen, dass er nicht selbst damit beginnt, staatliche Dokumente nur dann ernst zu nehmen, wenn ihm gefällt, was darin steht.

Blog-Artikel
Frau oder Arbeit?
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 15.08.2026 09:321786775520

von Hans-Georg Peitl

Manchmal fragt man sich, was wohl so ein Streit bringen mag. Und ich und meine Frau spielen momentan im Kleinen das nach, was die Ukraine seit Jahren ausmacht. Zwei ehemalige Freunde spielen Krieg. Und ich bin eine der Parteien.

Ja, Ehekrisen sind etwas Bedenkliches. Etwas Bedenkliches, weil wir in solchen eigentlich nie genau wissen was kommt.

Versteht mich nicht falsch: Ich würde eine Ehe niemals bewusst beenden. Weil Ehe für mich etwas Heiliges ist. Aber: Was macht man eigentlich, wenn der Partner sich dazu entscheidet, es anders zu sehen.

Die Ehe jeden Tag näher an die Totaleskalation bringt. Weil er meint, dass man nicht mehr komponieren darf. Weil es da auch weibliche Kolleginnen gibt.

Man also vor der Situation steht:

.) Neue Songs: Unmöglich, du darfst die SUNO nicht verwenden
.) Neue Alben: Ebenfalls unmöglich. Da Du ja die SUNO nicht verwenden darfst
.) Neue Nummern auf Radio Roshen: Daher logischerweise auch unmöglich

Du auch nicht auf Bücher umsteigen kannst, weil Du die normalerweise mit ChatGPT oder Gemini schreiben würdest, die ebenso untersagt sind.

Also Deine gesamte Arbeit ausradiert ist, weil Du die Musikmaschine nicht verwenden darfst. Die KI nicht verwenden darfst. Also: Die KI an sich dann zum Scheidungsgrund wird.

Dann wird es schwierig. Und das obwohl Du bei einer Kollegin längst die „Freundsflagge“ gehießt hast. Dieser mitgeteilt hast, dass Du bei deiner Frau bleibst.

Dann wird es schwierig. Denn dann muss man zwischen Frau und Arbeit entscheiden. Und was wählt man dann?

Was meinst Du?

Blog-Artikel
Das Licht nicht unter den Scheffel stellen
Blog-Artikel von OMPastorPeitl

am 14.08.2026 08:541786686840

von Hans-Georg Peitl

Manchmal trauen sie neue Unternehmen noch nicht zu erwähnen, dass sie nun da sind. Und das ist eigentlich schade. Denn: Man kann durchaus zu dem stehen was man macht.

Einmal gibt es ein neues Level, ein anderes Mal startet ein Musiker neu durch. Nur:

Nur dann wenn die Musiker zu ihren Werken stehen, Level den Mut aufbringen einfach zu sagen, dass sie neu aber gut sind, macht es möglich das Menschen erst erfolgreich werden.

Dann wenn man das Licht nicht unter den Scheffel stellt.

Und wer meint, dass das dann Gotteslästerung wäre, der hat die Bibel nur zum Teil verstanden.

Der kennt die Worte Jesu nicht:

Mt 5,15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.

Oder freier übersetzt:

Tut Gutes und redet darüber.

Was meinst Du?

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