Das Licht nicht unter den Scheffel stellen
02.09.2026 04:42Zwischen Überheblichkeit und Gottesvernachlässigung
von Hans-Georg Peitl
Gestern entdeckte ich, dass wir mit dem 30. August etwas erreicht haben, was sich wohl schon viele Musiker gewünscht haben: Ein ausländisches Medium hat über uns und unsere Musik berichtet.
https://www.haskovo.net/news/635971/avst...esen-na-xaskovo
In unserem Fall war es Haskovo.net in Bulgarien, bei dem wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchten.
Kurz nach dem Erscheinen unserer Single „Auf dem Weg nach Haskovo“ berichtete Haskovo.net über Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva und unser österreichisch-bulgarisches Musikprojekt.
Und ich höre schon wieder manche sagen: Über solche Erfolge könne man doch nicht einfach öffentlich reden. Man müsse bescheiden sein und dürfe sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellen.
Ich sehe das anders.
Denn es steht geschrieben:
Mt 5,15:
„Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.“
Das Licht soll also gerade nicht versteckt werden.
Für mich besteht ein großer Unterschied zwischen dem Prahlen mit einer Leistung und der Freude darüber, dass etwas gelungen ist. Man darf dankbar sein. Man darf sich freuen. Und man darf auch anderen davon erzählen.
Genau an diesem Punkt habe ich beispielsweise seit langer Zeit meine Schwierigkeiten mit dem Prinzip der Verschwiegenheit, wie ich es bei der Freimaurerei wahrnehme. Nicht weil Menschen dort Gutes tun – Gutes zu tun finde ich selbstverständlich begrüßenswert. Meine Kritik richtet sich vielmehr gegen die Vorstellung, dass gute Werke möglichst im Verborgenen bleiben sollten.
Natürlich kennt die Bibel auch die andere Seite.
Jesus warnt ausdrücklich davor, religiöse Handlungen nur deshalb öffentlich zur Schau zu stellen, damit andere Menschen einen dafür bewundern. Beim Fasten sagt er:
Mt 6,16:
„Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.“
Das Entscheidende ist für mich das Motiv.
Tue ich etwas, damit die Menschen mich dafür bewundern?
Oder geschieht etwas Gutes, und ich erzähle anschließend voller Freude und Dankbarkeit davon?
Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Würde die Bibel verlangen, über alles Gute grundsätzlich zu schweigen, wüssten wir heute schließlich auch nichts von den Wundern Jesu. Menschen haben davon erzählt. Sie haben weitererzählt, was sie erlebt und gesehen hatten.
Darum möchte ich das Licht nicht unter den Scheffel stellen.
Ja, ich freue mich darüber und bin auch stolz darauf, dass Hans-Georg Peitl & ACE Ruseva mit unserem Lied „Auf dem Weg nach Haskovo“ kurz nach der Veröffentlichung Aufmerksamkeit in einem bulgarischen Medium gefunden haben.
Vor allem aber bin ich dankbar.
Dankbar gegenüber Haskovo.net, dass unsere Musik und die Geschichte dahinter einen Platz in der Berichterstattung bekommen haben. Dankbar gegenüber den Menschen, die unsere Musik hören und weitertragen.
Und dankbar gegenüber Jachwe, dass er uns die Fähigkeiten und Möglichkeiten gegeben hat, überhaupt etwas schaffen zu können, über das andere Menschen berichten möchten.
Denn auch darin liegt für mich ein Unterschied:
Das Licht auf den Leuchter zu stellen bedeutet nicht, sich selbst zum Licht zu erklären.
Es bedeutet, das, was uns gegeben wurde, nicht zu verstecken.
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