Können Depressionserkrankungen verbinden?
18.08.2026 07:57

Die meisten Menschen stempeln Menschen mit Depressionen als Aussenseiter. Wir nicht.

von Hans-Georg Peitl

Manchmal sind es überraschende Gemeinsamkeiten, die ein Projekt überhaupt erst möglich machen.

Künstler sind ohnehin selten Menschen, die sich besonders gerne in eine Norm pressen lassen.

Und so treffen sich auch bei uns ganz unterschiedliche Menschen: Autisten, Menschen mit Depressionen, Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen und andere, deren Lebensweg nicht immer gerade und einfach verlaufen ist.

Und plötzlich stellt man fest:

Wir können gemeinsam etwas schaffen.

Wir können gemeinsam Musik machen.

Wir können gemeinsam versuchen, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.

Und wir können gemeinsam an einer Zukunft bauen, selbst wenn das Leben dem einen oder anderen von uns schon ziemlich große Steine in den Weg gelegt hat.

Dabei stehen für uns drei Säulen im Mittelpunkt:

1. Ein christlicher Glaube:
Glaube kann Berge versetzen.

2. Eine humanistische Weltsicht:
Wir glauben an die Kraft positiven Denkens und daran, dass jeder Mensch Würde und Fähigkeiten besitzt.

3. Eine gemeinsame Gewissheit:
Aufgeben tun wir maximal einen Brief.

Vielleicht sind es gerade diese drei Punkte, die Menschen zusammenschweißen können.

Denn ja: Ein Mensch kann an einer Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung leiden. Ein Mensch kann Zeiten erleben, in denen ihm Dinge schwerfallen, die für andere selbstverständlich erscheinen.

Aber eine Erkrankung entscheidet nicht darüber, ob dieser Mensch etwas zu geben hat.

Sie entscheidet nicht darüber, ob er kreativ sein kann.

Sie entscheidet nicht darüber, ob er Freundschaften schließen, Verantwortung übernehmen oder gemeinsam mit anderen etwas Großes aufbauen kann.

Und vielleicht kann sogar aus der Erfahrung eigener Grenzen etwas entstehen:

Verständnis für die Grenzen des anderen.

Nicht die Depression verbindet uns.

Nicht eine Diagnose verbindet uns.

Uns verbindet, dass wir trotz unserer unterschiedlichen Lebensgeschichten gemeinsam nach vorne schauen.

Dass wir einander nicht danach beurteilen, was gerade nicht funktioniert, sondern danach fragen, was wir miteinander möglich machen können.

Die Situation im Leben können wir uns nicht immer aussuchen.

Aber wir können versuchen, aus ihr das Beste zu machen.

Und manchmal stellt man dabei überrascht fest:

Alleine hätte keiner von uns diesen Weg gewählt.
Gemeinsam entsteht daraus plötzlich ein Projekt.

Informationen zu diesem Artikel
  • Erstellt von: OMPastorPeitl
    Kategorie: Allgemein
    18.08.2026 07:57:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 18.08.2026 07:58
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