Die Chronik der ODP: Warum die Nationalratswahl 2019 eine echte Protestwahl war
19.06.2026 15:36

Mit dem heutigen Tag haben wir, wenn auch verfrüht der MA62 mitgeteilt, dass wir 2029/30 wieder an den Wahlen teilnehmen wollen

Immer wieder taucht die Frage auf, wie sich die Obdachlose in der Politik (ODP) / Plattform Obdachlose (PO) über die Jahre hinweg bei Wahlen positioniert hat. Unsere mittlerweile über 15-jährige Geschichte seit 2010 zeigt, dass wir die Klaviatur des Wahlrechts in- und auswendig beherrschen – und das mit minimalen Ressourcen, aber maximaler Effizienz.

2017: Der historische Erfolg auf dem Wiener Stimmzettel
Wie schlagkräftig unsere Bewegung ist, haben wir bei der Nationalratswahl 2017 bewiesen. Damals stand die ODP im Landeswahlkreis Wien ganz offiziell auf den Stimmzetteln und war in der Wahlzelle direkt ankreuzbar.Das Besondere daran, was kaum jemand weiß:

Dieses logistische Meisterstück wurde von gerade einmal 3 Personen gestemmt! Während etablierte Parteien Heerscharen von Funktionären brauchen, hat unser dreiköpfiges Kernteam die gesetzlich geforderten 500 gültigen Unterstützungserklärungen auf den Wiener Bezirksämtern organisiert. Ein unumstößlicher Beweis für unsere Handlungsfähigkeit.

2019: Der bewusste Protest: Das Schweigen der Werbetrommel
Zwei Jahre später, bei der Nationalratswahl 2019, wählten wir ganz bewusst eine andere, systemkritische Strategie. Auch hier war die ODP eine ordnungsgemäß registrierte, wahlwerbende Partei. Unsere offiziellen Unterstützungserklärungen lagen ab dem Stichtag bundesweit in den Magistraten und Gemeindeämtern auf. Der eigentliche Kern unseres Protests lag diesmal im bewussten Verzicht auf jegliche Mobilisierung. Wir haben ganz gezielt keine Werbung gemacht und niemanden aktiv dazu aufgerufen, die Ämter aufzusuchen.

Warum haben wir das getan?

Wir wollten das österreichische Wahlsystem unter realen Bedingungen testen. Unser UE-Boykott hat schwarz auf weiß bewiesen, wie unfair und unüberwindbar die bürokratischen Hürden für Kleinparteien und marginalisierte Gruppen aufgebaut sind, wenn man nicht über die Millionenbudgets der Großparteien verfügt.

Es war ein dokumentierter, rechtlich absolut korrekter Protest gegen ein System, das die Mächtigen bevorzugt.

Blick nach vorne: Die Doppelwahl 2029/30 im Visier
Nach unserem erfolgreichen kommunalen Antritt 2025 in den Wiener Bezirken 2,3,10,12,15 und 16 und dem Wahlkreis Favoriten (im Bündnis mit der Plattform HERZ) gehen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Die Weichen für die Nationalratswahl 2029 und die Wien-Wahl 2030 sind bereits gestellt – die Wahlbehörde (MA 62) ist von uns bereits frühzeitig und offiziell über die geplanten Antritte informiert worden!

Informationen zu diesem Artikel
  • Erstellt von: OMPastorPeitl
    Kategorie: Allgemein
    19.06.2026 15:36:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 19.06.2026 15:41
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