Wird die ORF-Generaldirektorenwahl von TikTok manipuliert?
25.05.2026 07:39

Ein besorgniserregender Befund über digitale Zensur, algorithmische Willkür und den gezielten Eingriff in ein hochkarätiges Bewerbungsverfahren.

von Hans-Georg Peitl

Wenn ein internationaler Tech-Riese die digitale Existenz eines Medienprojekts über Nacht einfriert, ist das geschäftsschädigend. Wenn dies jedoch exakt in der heißen Phase der Bewerbungsfrist für die Position des ORF-Generaldirektors geschieht, bekommt die Angelegenheit eine demokratiepolitisch höchst brisante Dimension.

Genau das hat sich in den vergangenen 7 Tagen rund um unser Kultur- und Medienprojekt Suno Lingens abgespielt.

Der digitale Fingerabdruck einer Blockade
Über eine Woche lang wurden unsere neu veröffentlichten Filme von der Plattform TikTok komplett blockiert und systematisch nicht mehr ausgespielt. Die internen Algorithmen wurden – bildlich gesprochen – auf Null gedreht. Der Beweis dafür war so eindeutig wie absurd: Ein Profil mit nachweislich über 9.093 echten Likes aus der Community verzeichnete bei neu hochgeladenen Filmen plötzlich nur noch zwischen 0 und 5 Aufrufen.

Es kam noch schlimmer: Zeitweise war der gesamte vorangegangene Content im Feed überhaupt nicht mehr auffindbar – die über 9.000 akkumulierten Likes blieben im Profilkopf als stummer Zeuge des bisherigen Erfolgs stehen, während die dazugehörigen Daten unsichtbar gemacht wurden.

Aus strafrechtlicher Sicht liegt hier ein klarer Anfangsverdacht vor: Wer rechtswidrig Daten, über die er nicht unbeschränkt verfügen darf, löscht oder unterdrückt, bewegt sich im Bereich der Datenbeschädigung gemäß § 126a StGB.

Pünktlich zum Bewerbungsschluss: Ein Schelm, wer Böses denkt?
Das Verhalten von TikTok ist kein digitaler Bagatellfall, denn das Timing wirft schwerwiegende Fragen auf. Bis zum 28. Mai läuft die offizielle Ausschreibungsfrist für die fünfjährige Funktionsperiode der ORF-Generaldirektion ab 2027. Ein Verfahren, in dem es um Kompetenz, publizistische Reichweite und medienstrategische Visitenkarten geht.

Indem TikTok eine Woche lang die aktuellen filmischen und inhaltlichen Arbeiten von Suno Lingens blockierte, wurde nicht nur der wirtschaftliche Erfolg des Projekts torpediert – es wurde aktiv in die öffentliche Wahrnehmung und die Chancengleichheit eines Bewerbers im Umfeld der ORF-Generaldirektorenwahl eingegriffen. Das ist ein unzulässiger Eingriff in ein wichtiges medienpolitisches Verfahren in Österreich.

Update: Plötzliches Zurückrudern auf dem Smartphone
Heute, am Pfingstmontag, zeigt sich das totale Chaos und die Willkür des Systems: Auf mobilen Endgeräten (Handys) sind die Filme plötzlich wieder sichtbar. Am Desktop hingegen hakt das System teilweise weiterhin. Dieses asynchrone Verhalten beweist deutlicher denn je, dass hier im Hintergrund manipuliert, gefiltert oder nach massiven Protesten hektisch zurückgerudert wurde.

Wir halten unmissverständlich fest: Dass die Filme nun schrittweise wieder auftauchen, heilt den entstandenen Schaden nicht. Die tagelange Blockade und die Löschung von Inhalten mitten in einer entscheidenden Bewerbungsphase bleiben ein massiver, unentschuldbarer Vorfall.

Wir lassen uns von der Marktmacht eines solchen Giganten nicht einschüchtern. Unsere rechtliche Prüfung bezüglich einer Klage wegen Geschäftsschädigung sowie der strafrechtlich relevanten Datenunterdrückung läuft unvermindert weiter. Wir fordern lückenlose Aufklärung darüber, warum hier gezielt Reichweite und Sichtbarkeit manipuliert wurden.

Die Community und die österreichische Medienöffentlichkeit haben ein Recht darauf zu erfahren, wer im Hintergrund die Fäden zieht, wenn es um die mediale Zukunft des Landes geht.

Informationen zu diesem Artikel
  • Erstellt von: OMPastorPeitl
    Kategorie: Allgemein
    25.05.2026 07:39:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 25.05.2026 07:49
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