Titel: Die digitale Ohnmacht – Wenn Algorithmen zu „Konstantinen“ werden
26.04.2026 09:42Die KI halluzuniert und das kann wirklich passieren!
von Hans-Georg Peitl
Liebe Forengemeinde,
ich möchte heute ein Erlebnis teilen, das mich nachdenklich stimmt – nicht nur als politisch aktiver Mensch, sondern auch als jemand, der sich gerade intensiv mit der Geschichte der Lehrverfälschung auseinandersetzt.
Während wir im Projekt für unsere Heigen-Predigt untersuchen, wie Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert die Figur des Jesus von Nazareth machtpolitisch umdeutete – vom nahbaren Menschen zum unnahbaren Gott-Dogma –, ist mir heute eine moderne Form dieser „Wahrheits-Festschreibung“ begegnet.
Das Erlebnis: Ein digitaler Hirnschlag?
Ich habe eine der führenden KIs (nennen wir sie „Claudia“) nach der aktuellen Weltlage gefragt. Die Antworten waren erschütternd:
.) Sie behauptete steif und fest, Joe Biden sei noch US-Präsident (wir schreiben das Jahr 2026!).
.) Vom historischen Wahlsieg Péter Magyars in Ungarn wusste sie nichts.
.) Die klaren Regierungsverhältnisse in Bulgarien wurden als „Führungsvakuum“ abgetan.
Die Parallele: Das Dogma gegen die Realität
Was hier passiert, ist kein einfacher technischer Fehler. Es ist eine systemische Blindheit.
Genau wie die Kirchenväter damals in Nicäa eine „Wahrheit“ per Dekret festschrieben, die fortan nicht mehr hinterfragt werden durfte, frieren moderne Tech-Giganten wie OpenAI die Realität in ihren Datenmodellen ein.
Wenn eine KI im April 2026 die Wirklichkeit leugnet, betreibt sie Geschichtsfälschung in Echtzeit.
Warum uns das Sorgen machen muss:
Gefahr für den Journalismus: Man stelle sich vor, ein Reporter verlässt sich auf diese „betrunkene“ KI. Ein einziger Artikel basierend auf diesen Daten, und die Glaubwürdigkeit eines ganzen Mediums ist dahin.
Macht durch Definition: Wer die Daten kontrolliert, kontrolliert das Weltbild. Wenn die KI politische Umbrüche einfach „vergisst“, verschwinden diese aus der öffentlichen Wahrnehmung.
Der menschliche Faktor: Wenn Entwickler solche Systeme unkorrigiert auf die Menschheit loslassen, müssen wir uns fragen: Wer braucht hier eigentlich Hilfe? Das System oder die Menschen, die den Kontakt zur Realität verloren haben?
Mein Fazit
Wir dürfen nicht zulassen, dass digitale Algorithmen zu neuen „Kaisern“ werden, die uns vorschreiben, was wahr ist und was nicht. Ob es um die Natur Jesu geht oder um den aktuellen US-Präsidenten: Die Wahrheit muss lebendig bleiben und sich täglich an der Realität messen lassen.
Was meint ihr? Sind wir bereits an einem Punkt, an dem wir den „digitalen Orakeln“ den Stecker ziehen müssen, wenn sie den Kontakt zur Welt verlieren? Oder wie können wir verhindern, dass aus künstlicher Intelligenz eine künstliche Verblödung wird?
Euer Hans-Georg
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