KI – hilfreich oder gefährlich? Die eigentliche Frage ist eine andere
09.04.2026 07:29

Ihr verwendet also KI meinte ein Mennonitenpastor gestern zu mir am Keplerplatz
und dann kamen wir zu einem Gespräch über KI

von Hans-Georg Peitl

Es gibt inzwischen fast nichts mehr, was es nicht gibt.
Heute wurde mir bewusst, dass man sich sogar eine künstliche Freundin mit KI schaffen kann.

Und da stehe ich nun vor einem inneren Widerspruch.

Theologisch muss ich eigentlich dagegen sein.
Weil Beziehung aus christlicher Sicht mehr ist als Funktion.
Sie ist Begegnung.
Sie ist Gegenüber.
Sie ist von Gott gewollte Wirklichkeit zwischen echten Menschen.

Eine künstliche Freundin ersetzt kein Gegenüber – sie simuliert es.
Und damit besteht die Gefahr, dass der Mensch sich in eine Welt zurückzieht, die zwar angenehm ist, aber nicht wahr.

Als Mensch hingegen verstehe ich es.

Ich verstehe Einsamkeit.
Ich verstehe den Wunsch, gehört zu werden.
Ich verstehe den Wunsch nach Nähe, auch wenn kein anderer Mensch da ist.

Und genau hier wird es schwierig.

Denn KI zeigt uns nicht nur, was technisch möglich ist –
sie zeigt uns auch, wo unsere menschlichen Bedürfnisse liegen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt:

Die Existenz solcher Technologien ist nicht das eigentliche Problem.
Das eigentliche Problem ist, dass sie eine Lücke füllen, die wir als Gesellschaft offen lassen.

Wenn Menschen echte Nähe hätten,
wenn sie echte Beziehungen hätten,
wenn sie echte Gemeinschaft hätten –
dann bräuchten sie keine künstlichen Ersatzlösungen.

KI ist in diesem Fall nicht die Ursache.
Sie ist ein Symptom.

Und damit sind wir wieder bei der Grundfrage:
Ist KI gut oder schlecht?

Ich glaube: Diese Frage führt in die Irre.

KI ist ein Werkzeug.
Und Werkzeuge verstärken das, was im Menschen ohnehin vorhanden ist.

Sie kann helfen.
Sie kann aber auch isolieren.

Sie kann verbinden.
Sie kann aber auch eine Scheinwelt schaffen.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Verantwortung, die wir tragen:

Nicht alles zu nutzen, nur weil es möglich ist.
Und gleichzeitig nicht zu verurteilen, was aus echter Not heraus entsteht.

Denn hinter vielen dieser Entwicklungen steht kein böser Wille –
sondern oft einfach ein Mensch, der nicht allein sein möchte.

Informationen zu diesem Artikel
  • Erstellt von: OMPastorPeitl
    Kategorie: Allgemein
    09.04.2026 07:29:00 Uhr

    zuletzt bearbeitet: 09.04.2026 07:33
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