Ende des Winterpakets: Hilfe darf kein Saisonprodukt sein!
16.03.2026 07:50Während in Wien der Frühling einzieht, rückt für viele Menschen auf der Straße ein kritisches Datum näher: Das offizielle Ende des Winterpakets. Was in der Verwaltung als saisonaler Standard gilt, bedeutet für Hunderte Betroffene den Verlust ihres Schlafplatzes und die Rückkehr in die totale Unsicherheit.
von Hans-Georg Peitl
Während in Wien der Frühling einzieht, rückt für viele Menschen auf der Straße ein kritisches Datum näher: Das offizielle Ende des Winterpakets. Was in der Verwaltung als saisonaler Standard gilt, bedeutet für Hunderte Betroffene den Verlust ihres Schlafplatzes und die Rückkehr in die totale Unsicherheit.
Das Problem: Hilfe nach dem Thermometer
Es bleibt ein wohnpolitisches Paradoxon: Wir akzeptieren, dass Menschen im Winter nicht erfrieren dürfen – aber wir nehmen es hin, dass sie im Rest des Jahres ohne Schutz dastehen. Sobald die Temperaturen steigen, werden Kapazitäten abgebaut. Doch Obdachlosigkeit kennt keine Sommerpause.
Saisonalität vs. Menschenrecht: Ein sicherer Schlafplatz ist kein Privileg für Frostnächte.
Druck auf das System: Die Schließung der Winterquartiere überlastet die ohnehin knappen Ganzjahresplätze der Wiener Wohnungslosenhilfe massiv.
Petition: Plattform Obdachlose
Wir erinnern uns: Unser Erfolg zeigt, was möglich ist!
Dass wir diesen Zustand nicht einfach hinnehmen müssen, haben wir gemeinsam bewiesen. Im letzten Jahr konnten wir durch unsere Petition bei der Stadt Wien erreichen, dass Zusatzquartiere in den Sommer gerettet wurden.
Wir haben damals klar gemacht: Die EU-Mitgliedstaaten haben sich bereits 2021 dazu bekannt, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden. Ein zentraler Pfeiler dabei ist, dass Notschlafstellen bis zur endgültigen Lösung ganzjährig geöffnet bleiben müssen. Unser Erfolg im Petitionsausschuss war ein wichtiger Schritt, aber der Kampf geht weiter. Wir fordern, dass aus der befristeten „Rettung“ endlich eine dauerhafte Lösung wird!
Unsere Forderungen an die Stadtpolitik:
Wir als Plattform Obdachlose bleiben dabei:
.) Ganzjahresöffnung statt Notfall-Management: Die Anzahl der Quartiere darf im Sommer nicht hinter das Winter-Niveau zurückfallen.
.) Umsetzung der EU-Ziele: Wien muss Vorreiter beim "Housing First"-Ansatz sein, statt Menschen nur von einer Saison in die nächste zu verwalten.
Keine Vertreibung aus dem öffentlichen Raum: Mit der wärmeren Jahreszeit darf nicht die Repression gegen jene zunehmen, die immer noch kein Zuhause gefunden haben.
Was ist eure Meinung? Habt ihr die Debatte um unsere Petition im Rathaus verfolgt oder spürt ihr die Auswirkungen der nahenden Schließungen bereits? Schreibt es uns in die Kommentare oder kommt zum nächsten Treffen der Plattform!
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Kommentare
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