Schreibt bei dir die KI die Bücher? Ein Blick hinter die Kulissen.
24.02.2026 06:58Diese Frage bekomme ich in letzter Zeit ständig. Hier ein ehrlicher Blick darauf, wie ich als Autor mit ChatGPT zusammenarbeite – und warum das mit klassischem Ghostwriting nur bedingt etwas zu tun hat.
von Hans-Georg Peitl
„Schreibt bei dir inzwischen die KI alle Bücher?“
Diese Frage höre ich in letzter Zeit immer öfter.
Manchmal als neugierige Nachfrage, manchmal eher als Vorwurf.
Ich bin Hans-Georg, Buchautor und Leiter von Radio Roshen.
Und ja: Ich arbeite mit ChatGPT. Täglich. Bewusst. Gerne.
Aber wahrscheinlich anders, als sich viele das vorstellen.
Was macht die KI – und was nicht?
Stellen wir die Rollen einmal sauber nebeneinander:
.) Ich entscheide, worum es im Buch geht.
.) Ich bringe meine Erfahrungen, meine Geschichte, meine Haltung ein.
.) Ich lege Struktur, Kapitelaufbau und roten Faden fest.
ChatGPT hilft mir dabei:
.) Gedanken zu sortieren,
.) Formulierungen zu schärfen,
.) Beispiele zu finden,
.) Texte klarer und verständlicher zu machen.
Wenn ich einen Abschnitt schreibe und merke:
„Da steckt ein guter Gedanke drin, aber er ist sprachlich holprig“,
dann lasse ich mir Varianten vorschlagen, kürze, kombiniere, verändere.
Die KI liefert Vorschläge.
Die Entscheidungen treffe immer noch ich.
Ghostwriter? Nicht im klassischen Sinn.
Manche setzen KI sofort mit „Ghostwriter“ gleich.
Das klingt dann ungefähr so:
„Na gut, dann schreibt ja eh nicht mehr der Autor,
sondern die Maschine.“
Das trifft meine Arbeitsweise nicht.
Klassisches Ghostwriting bedeutet meist:
Jemand anders schreibt für mich ein fertiges Buch,
das anschließend nur meinen Namen trägt.
Bei mir ist es genau andersherum:
.) Der Inhalt entsteht aus meinen Notizen, Manuskripten und Konzepten.
.) Die KI ist eine Art „Super-Textverarbeitung mit Ideenfunktion“.
.) Sie macht Vorschläge, aber sie lebt nicht.
Keine Kindheit, keine Ehekrisen, keine Nächte im Krankenhaus,
keine Jahrzehnte im Medienbereich, kein eigenes Gewissen.
Genau davon leben meine Bücher.
Und das kann mir keine KI abnehmen.
Wir haben solche Werkzeuge schon einmal erlebt
Ganz neu ist das Prinzip übrigens nicht.
Früher war die Schreibmaschine das große Thema.
Dann kamen Textprogramme, Rechtschreibprüfung, Grammatiktools.
Viele von uns haben schon mit Lektor:innen gearbeitet,
die Texte umgestellt, gekürzt, geglättet haben.
Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen zu sagen:
„Weil du eine Rechtschreibprüfung verwendest, bist du kein Autor mehr.“
ChatGPT ist in vieler Hinsicht die logische nächste Stufe:
ein sehr schlaues Notizbuch, ein Ideengeber, ein Formulierungshilfe-Tool.
Aber immer noch: Werkzeug – nicht Urheber.
Transparenz statt Theater
Mir ist eines wichtig: Offenheit.
Ich habe kein Interesse daran, den Eindruck zu erwecken,
alles wäre „rein menschliche Handarbeit“,
während in Wahrheit die halbe Nacht eine KI mitgearbeitet hat.
Darum sage ich es deutlich:
.) Ja, ich nutze ChatGPT.
.) Nein, sie schreibt mir kein fertiges Buch im Alleingang.
Ja, sie hilft mir, Inhalte so aufzubereiten,
dass mehr Menschen sie verstehen können.
Wenn in einem Impressum steht:
„Dieses Werk entstand unter Verwendung von KI-Werkzeugen (z.B. ChatGPT).“
dann ist das für mich ehrlicher als so zu tun,
als gäbe es diese Werkzeuge nicht.
Und jetzt zu euch
Spannend finde ich weniger die Frage:
„Darf ein Autor KI verwenden?“
Die viel interessantere Frage ist für mich:
Wie kann KI so eingesetzt werden,
dass Bücher verständlicher, zugänglicher und hilfreicher werden –
ohne dass der Mensch dahinter verschwindet?
Mich interessiert eure Sicht:
.) Würde euch ein Hinweis „erstellt mit Unterstützung von KI“ eher stören – oder würdet ihr das als Transparenz begrüßen?
.) Wo verläuft für euch die Grenze zwischen legitimer Unterstützung und „zu viel Maschine“?
.) Und habt ihr selbst schon mit KI an Texten gearbeitet – als Autor:in, Blogger:in, Student:in?
Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen.
Vielleicht lernen wir gemeinsam, wie man diese neuen Werkzeuge verantwortungsvoll nutzt –
statt sie entweder zu verteufeln oder unkritisch zu feiern.
Herzliche Grüße
Hans-Georg
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