„Warum der reiche Kornbauer uns heute mehr betrifft als jede Wahl“
21.02.2026 09:39Ein geistlicher Impuls von Hans-Georg Peitl
Es ist tröstlich zu wissen, dass sich niemand den Himmel erkaufen kann – weder mit Geld noch mit Einfluss oder strategischem Geschick.
Im Lukasevangelium (Kapitel 12, Verse 16–21) erzählt Jesus das Gleichnis vom reichen Kornbauer. Ein Mensch, dessen Land außergewöhnlich gute Erträge bringt, steht vor einem Luxusproblem: Wohin mit dem Überschuss? Seine Lösung ist rational und durchdacht. Er baut größere Scheunen, sammelt all sein Korn und spricht zu seiner Seele: „Du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!“
Doch Gottes Antwort ist unerwartet und deutlich: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du bereitet hast?“
Das Gleichnis richtet sich nicht gegen Erfolg oder Reichtum, sondern gegen die Selbsttäuschung, die darin steckt, Sicherheit allein in das Materielle und das Planbare zu setzen. Der Kornbauer war kein Verbrecher und hat niemandem geschadet. Er hat getan, was vernünftig erschien. Und genau darin liegt die Tragik: Er glaubte, er habe alles unter Kontrolle.
Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen, Parteien und Systeme darauf vertrauen, Macht, Einfluss und Ressourcen zu sammeln. Doch das Gleichnis fordert uns heraus: Worauf vertraust du wirklich?
In politischen Debatten, in der öffentlichen Auseinandersetzung erleben wir oft Ungerechtigkeiten, Machtverteilung, strukturelle Benachteiligung, kleine gegen große Akteure oder etablierte gegen neue Kräfte. Diese Themen sind wichtig – sie berühren unser politisches Empfinden, unsere Ideen von Gerechtigkeit und Teilhabe.
Aber das Gleichnis fragt tiefer:
Geht es im Leben nur darum, Vorräte anzulegen – im übertragenen wie im konkreten Sinn? Oder gibt es etwas, das Bestand hat über das Sichtbare hinaus?
Das Evangelium sagt:
Es gibt einen anderen Reichtum als den materiellen.
Einen inneren Reichtum, der unabhängig ist von Macht, Stimmen, Netzwerken oder Medienpräsenz.
Einen Reichtum bei Gott.
Der Kornbauer vertraute auf seine Vorräte.
Jesus lädt dazu ein, auf etwas anderes zu vertrauen:
auf Bedeutung, die bleibt, weil sie nicht von dieser Welt allein abhängt.
Und das ist ein großer Trost:
Korruption, Machtspiele, mediale Gewichtungen — all das hat im Himmel keinen Wert.
Nicht der reichste Scheunenbauer.
Nicht der mächtigste Politiker.
Nicht diejenige Liste mit der größten Sichtbarkeit.
Sondern der Mensch, der sein Herz offen hält, der Verantwortung übernimmt, der nach Gerechtigkeit strebt und nicht seine Seele an Sicherheiten bindet, die vergänglich sind.
Vielleicht ist deshalb die wichtigste Entscheidung nicht, wer gewinnt, sondern ob wir selbst reich bei Gott sind.
Der Kornbauer suchte Sicherheit durch Vorrat.
Das Evangelium bietet Ruhe durch Vertrauen.
Und dieses Vertrauen kann uns niemand nehmen.
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