Einmal ganz ehrlich, Freunde.
14.06.2025 09:23Warum wir dringend eine neue Studienrichtung brauchen: Rechtspopulismus.
von Hans-Georg Peitl
Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit:
Wir brauchen eine eigene Studienrichtung – „Rechtspopulismus“.
Denn die intellektuellen Anforderungen in diesem Bereich sind erstaunlich hoch.
Man muss ja aus allem irgendwie ein Feindbild ableiten können – und das will geübt sein.
Nehmen wir zum Beispiel den jüngsten Anschlag in Graz.
Ein tragisches Ereignis, wie leider immer wieder.
Aber für manche ist schnell klar:
➡️ Das war ein Anschlag –
➡️ und damit muss es doch irgendwie mit Zuwanderung zu tun haben.
Denn seien wir ehrlich:
Ein Anschlag in Österreich – in einem Land mit vielen Zugewanderten –
da muss sich doch ein Zusammenhang konstruieren lassen.
Wo kämen wir denn hin,
wenn plötzlich auch ein echter Österreicher
einen Anschlag verübt hätte?
Schwierige Fälle im Populismus-Praktikum
Nun gut, manchmal wird es schwierig.
Nicht jeder Täter passt ins gewünschte Raster.
Da braucht es dann kreative Begründungen oder einen Stammbaum-Check light.
„War die Urgroßmutter nicht vielleicht aus dem Ausland?
Oder zumindest mal im Urlaub in Jugoslawien?“
Und was machen wir eigentlich mit Franz Fuchs?
Der legendäre BBA-Alleintäter –
ein Mann, der mit Briefbomben und Hass das Land erschütterte.
Was tun, wenn der sich nicht auf Zuwanderung zurückführen lässt?
Da muss man wohl tiefer graben.
Vielleicht ist irgendwo im 18. Jahrhundert ein nicht-österreichisches Gen hineingeraten.
Oder ein Vorfahr hat französisch gesprochen.
Irgendwas wird sich schon finden.
Studienrichtung: Herkunftsdetektion
Und da wären wir bei der neuen Disziplin:
Herkunftsdetektion in der politischen Rhetorik.
Ein Teilgebiet der geplanten Studienrichtung Rechtspopulismus.
Fächerempfehlung:
.) Grundlagen der Schuldverlagerung
.) Einführung in die ethnische Logik
.) Seminar: Wie bastle ich mir meine Wahrheit?
.) Praxiskurs: So geht Skandal durch Spekulation
Abschlussworte
Freunde, lasst uns ehrlich bleiben:
Wenn jemand „Zuwanderung“ ruft,
bevor überhaupt bekannt ist, was passiert ist,
dann geht es nicht um Sicherheit.
Dann geht es um Inszenierung.
Und genau darum sollten wir lernen,
mit dem Denken nicht aufzuhören,
nur weil andere schon längst mit dem Denken aufgehört haben.
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Kommentare
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